Catch Me If You Can

USA, 140min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Steven Spielberg
B:Frank Abagnale Jr.,Stan Redding, Jeff Nathanson
D:Leonardo DiCaprio,
Tom Hanks,
Christopher Walken,
Jennifer Garner,
Amy Adams
L:IMDb
„Sometimes it's easier to live the lie.”
Inhalt
Frank W. Abagnale (Leonardo DiCaprio) war nicht nur als Arzt und Rechtsanwalt erfolgreich, sondern auch als Kopilot einer großen Fluglinie. Das alles erreichte er vor seinem 21.Geburtstag. Er ist ein Meister der Täuschung, aber auch ein brillanter Fälscher. Durch geschickte Scheckbetrügereien ist er zu einem Vermögen von mehreren Millionen Dollar gekommen. FBI-Agent Carl Hanratty (Tom Hanks) hat ihn schon länger im Visier und macht sich zur Aufgabe, Frank zu fassen und vor Gericht zu bringen. Frank ist ihm jedoch immer einen Schritt voraus und macht sich einen Spaß daraus, seinem Verfolger kleine Köder vorzuwerfen, damit die Jagd weiter geht.
Kurzkommentar
»Catch me if you can« ist sorgenfreies, unterhaltsames Hollywood-Kino. Jegliche geistige Anstrengung bleibt dem Zuschauer erspart, und die Geschichte plätschert gemütlich vor sich hin. Für erwartungsvollere Zuschauer ist dies natürlich gleichsam enttäuschend, da Spielbergs neuestes Werk vergleichsweise unbedeutend und farblos bleibt.
Kritik
In letzter Zeit hörte man öfter mehr oder weniger glaubwürdige Klagen Spielbergs, sein Ruf verdamme ihn zum Erfolg. Anspruchsvolles Kino sei ihm unmöglich, da alles dank enormer Zuschauermassen zwangsläufig Mainstream werde. Mitunter konnte man sogar lesen, Spielberg wolle Hollywood ganz entsagen und nur noch experimentelle beziehungsweise besonders künstlerisch wertvolle Filme drehen. Welche Funktion »Catch me if you can« in dieser Logik erfüllen sollte, bleibt indes unklar. Besetzt mit zwei der größten Stars die Hollywood gegenwärtig zu bieten hat stellt er wohl kaum eine Abkehr dar. Andererseits ist das Projekt auch nicht mehr so gigantisch wie manch frühere Spielberg-Filme. Doch was ist »Catch me if you can« nun? Eine Annäherung an kleinere Dimensionen? Oder nur ein eher misslungener Blockbuster?

Auf jeden Fall ist er unterhaltsam. Zumindest stellenweise, denn mit fortgeschrittener Dauer wiederholt sich die Geschichte leider allzu sehr, was daran liegen mag, dass sie im Wesentlichen aus drei gleichen Episoden besteht. Und nach einigen Überraschungsmomenten, die zeigen, wie Frank seinen Verfolger Carl hereinlegt, verbleibt auch hier nur wenig Unerwartetes. Stattdessen lebt der Film von seinem flotten Tempo, welches kleinere Ungereimtheiten einfach flugs übergeht. Passend dazu: Die blendend aufgelegten Hauptdarsteller (auch wenn Tom Hanks den Griesgram vom Dienst spielt), die viel zum Charme des Filmes beitragen. Leonardo DiCaprio, von dem meinen könnte, dass er bis heute nicht erwachsen geworden ist, spielt den lausbübischen Betrüger jedenfalls gekonnt, und Tom Hanks hat endlich mal die Rolle übernommen, die am besten zu ihm passt: Den brummigen Spießer. Den aber gibt er mit einem verschmitzten Hintersinn, sodass seine Figur schließlich die meisten Sympathiepunkte verbuchen kann.

Dazu kommt eine routinierte Regie, eine locker-verspielte Musik von John Williams (den ich persönlich sonst nur mit Gewaltigem wie StarWars assoziiere) und ein von den Wiederholungen abgesehen kurzweiliges Drehbuch von Jeff Nathanson,von dem man, man denke an »Rush Hour 2«, Schlimmeres hätte befürchten können.

In die Reihe von Spielbergs weltbekannten, teils meisterhaften Filme wird sich »Catch me if you can« kaum einfügen - dazu ist er schlicht zu unbedeutend, sowohl inhaltlich als auch formal / künstlerisch. Vielleicht verfolgt Spielberg ja tatsächlich den Ansatz, von allzu großen Mainstreammonstern den Weg zu kleineren Filmen zu gehen. Und auch wenn dazu am Gehalt noch etwas gearbeitet werden muss: »Catch me if you can« ist harmlose, gutgelaunte, leichtverdauliche und popcornkompatible Abendunterhaltung. Nicht mehr, aber immerhin auch nicht weniger.

Unterhaltsames, gutgelauntes Hollywoodkino ohne jeden Tiefsinn


Wolfgang Huang
Weiterer Kommentar auf der folgenden Seite...
"Catch me if you can" kann sicher als einer der anspruchslosesten Filme in Spielbergs Karriere gelten, zeigt aber ebenso die vielseitige Qualität eines talentierten Filmemachers. Etwas spielerisch-leicht wirken zu lassen, ist gewiss nicht die simpelste Aufgabe eines Regisseurs, und wer über 140 Minuten so wunderbar und auch berührend unterhalten ka...