Einer flog übers Kuckucksnest
(One Flew Over the Cuckoo's Nest)

USA, 133min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Milos Forman
B:Ken Kesey,Bo Goldman, Lawrence Hauben
D:Jack Nicholson,
Louise Fletcher,
William Redfield,
Michael Berryman,
Peter Brocco
L:IMDb
Inhalt
Randel Patrick McMurphy (Jack Nicholson) ist ein krimineller gesellschaftlicher Außenseiter. Mitte dreißig, ehemaliger Korea-Kämpfer, wegen Ungehorsam aus der Armee entlassen, wird er wegen Schlägereien, Notzucht und Trunksucht in eine Strafanstalt eingeliefert. Von dort aus läßt er sich mit einem Trick zur Beobachtung in eine psychiatrische Anstalt überweisen. In die graue Welt einer anonymen Heilanstalt wird McMurphy eines Tages eingeliefert. Er findet dort ein unmenschliches System vor, das seine hilf- und willenlosen Patienten in "Chronische" (schwere Fälle) und "Akute" (leichte Fälle) aufteilt. Eine despotische Oberschwester unterdrückt mit einer Schar brutaler Wärter jede individualistische Regung. Der Zustand der Kranken wird mit pharmazeutischen Mitteln oder Elektroschock-Therapie "behandelt" und dadurch noch weiter verschlechtert. In diesem System muß McMurphy wie ein Katalysator wirken ... er stellt das System der Irrenanstalt in Frage und wiegelt die Insassen auf.
Kurzkommentar
Milos Formans fünffach Oscar-prämiertes Drama überzeugt durch ein intelligentes Drehbuch, einen wie immer stark aufgelegten Jack Nicholson und das konsequente Ende. Trotzdem wirkt er aus heutiger Sicht nicht ganz befriedigend. Der eigentliche Kern des Films (der Kampf des Individuums gegen das System) entwickelt sich erst recht spät, manche Komödienelemente wirken halbgar, die psychischen Probleme der Insassen kommen auch bei einem subtilen Regisseur wie Forman oftmals nicht über reinen Schauwert hinaus und die Motivation und der Sinnungswandel McMurphys geschieht allzu abrubt. Dass ein eher schwieriger Film wie dieser trotzdem zum Klassiker avanciert ist, erfreut nichtsdestotrotz.
(Thomas Schlömer)