Joint Security Area

Süd-Korea, 110min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Park Chan-Wook
B:Park Chan-Wook, Seong-san Jeong, Hyeon-seok Kim
D:Yeong-ae Lee,
Byung-hun Lee,
Kang-ho Song,
Tae-woo Kim,
Ha-kyun Shin
L:IMDb
„Es gibt nur zwei Sorten Menschen auf der Welt. Kommunisten und Kommunisten-Gegner. Sie müssen sich entscheiden”
Inhalt
Der Mond taucht die Landschaft in ein graubraunes Licht. Zwischen meterhohem Schilf steht ein verzweifelter, südkoreanischer Soldat (Byung Heon Lee). Seine Einheit ist aus Versehen auf die nordkoreanische Seite gelangt und hat ihn beim überhasteten Rückzug vergessen. Weil er auf einer Mine steht, kann er weder vor noch zurück. Zum Glück tauchen aus der Dunkelheit zwei nordkoreanische Soldaten auf, die ihm schließlich das Leben retten. Wenige Monate später liegen plötzlich zwei nordkoreanische Soldaten erschossen in ihrer Wachstation und die Spurensuche einer neutralen Untersuchungskommission wird zu einem überraschenden Spiegel der koreanischen Teilung.
Kurzkommentar
Das Regie-Debüt des Süd-Koreaners Chan-wook Park entwickelt sich nach anfänglicher Schablonenhaftigkeit zu einem packenden, intelligent konstruierten Thriller, dem es neben seiner oberflächlichen Qualität der spannenden Unterhaltung vor allem gelingt, seinen politischen Impetus nicht den üblichen dramaturgischen Bequemlichkeiten zu opfern. Zwar ist die Figurenzeichnung etwas schwachbrüstig und die Fülle an koreanischen Namen schwer zu bewältigen, der Kern seines Films ist dafür umso bedeutender: Park verleiht dem Wunsch vieler Nord- wie Süd-Koreaner, ihre Länder endlich wiederzuvereinigen und die ewigen militärischen Spannungen endlich lösen zu können, Gesicht und formuliert diese Absicht ebenso brillant grotesk (die Spucksequenz) wie mitfühlend dramatisch (die Freundschaft, die jederzeit unter der schweren Last der lokalen Ideologien zu leiden hat). Mit sechs Millionen Zuschauer (bei 47 Mio. Einwohnern) überholt der Film den bisherigen Spitzenreiter des südkoreanischen Kinos ("Shiri") um mehr als das doppelte und hält damit eindeutig fest: das Thema spricht der Bevölkerung aus dem Herzen.
(Thomas Schlömer)