Keine halben Sachen
(Whole Nine Yards, The)

USA, 98min
R:Jonathan Lynn
B:Mitchell Kapner
D:Matthew Perry,
Bruce Willis,
Rosanna Arquette,
Amanda Peet,
Natasha Henstridge
L:IMDb
„Nun, sie ist -wie soll ich es nett ausdrücken?- der Antichrist.”
Inhalt
Abwechslung kommt in das triste Leben von Nicholas Oseransky (Matthew Perry), als neben ihm plötzlich Jimmy "Die Tulpe" Tudeski (Brude Willis) einzieht, denn Jimmy ist ein bekannter Berufskiller. Von seiner Frau getrieben, versucht er, Jimmy an eine Gang in Chicago zu verpfeifen, um das Kopfgeld zu kassieren...doch seine Frau hat in Wirklichkeit anderes im Sinn - wie eigentlich so ziemlich jeder ein doppeltes, mörderisches Spiel spielt.
Kurzkommentar
Für Freunde des gepflegten makabren Humors ist "Keine halben Sachen" eine äusserst spassige kleine Gangsterkomödie. Hin und wieder etwas zuviel Slapstick, aber ansonsten durchaus gelungen. Gut auch die Leistungen von Perry, Peet und Willis.
Kritik
Zu Beginn herrscht die Enttäuschung vor: Mit Matthew Perry scheint ein ziemlich austauschbares Milchgesicht die Hauptrolle zu übernehmen, weit und breit ist kein Sympathieträger in Sicht, der Humor beruht hauptsächlich auf Slapstick, Bruce Willis taucht nur sporadisch auf, und die Story plätschert eher beschaulich dahin. Doch etwa ab einem Drittel wandelt sich der Film, wird deutlich spritziger. Die Handlung gewinnt an Fahrt, als die ersten Komplikationen auftauchen, die nicht immer den Erwartungen des storyerfahrenen Kinogängers entsprechen. Bruce Wilis spielt zwar weiterhin keine echte Hauptrolle, aber sein Charakter wird besser eingesetzt, wenn auch bis zum Schluss hin nicht optimal. Der wichtigste Punkt: Die witzigen Stellen werden besser. Zwar rennen immernoch hin und wieder Leute gegen geschlossene Glastüren, im Wesentlichen zieht der Film seinen Witz nun aber aus der aberwitzigen Figurenkonstellation. Die Scherze sind zwar makaber, aber dennoch meist gelungen. Damit ist für eine Komödie eigentlich schon fast alles in trockenen Tüchern, aber es wird noch besser: Richtig Schwung bringt Amanda Peet hinein, ihre Figur Jill, angehende Berufskillerin, hat meist die besten Stellen. Und auch wenn Matthew Perry der gleiche jungenhafte Schussel bleibt, so langsam wird klar, dass er diese Rolle wunderbar ausspielt, passend zum Film.

Die schauspielerischen Leistungen gehen also durchaus in Ordnung, handwerklich ist alles solide, die Charakterwahl sehr gut, und vorallem: Der Humor stimmt. Im hinteren Drittel gibts hin und wieder noch ein paar kleinere Längen, und das Ende hätte auch knackiger geraten dürfen, aber alles in allem macht Regisseur Jonathan Lynn seine Sache gut. Das Auftreten von insgesamt fünf Profikillern, etwa ebensovielen Auftraggebern und -so ganz nebenbei- 10 Millionen Dollar sorgt jedenfalls für sehr erheiternde eineinhalb Stunden. Kein grosser Film, der lange in Erinnerung bleiben wird, aber gelungene Abendunterhaltung, und beileibe keine halbe Sache.

Gelungene Gangsterkomödie


Wolfgang Huang
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"Keine halben Sachen" ist unterhaltsames Popkornkino ohne richtige Schwachstellen. Die mit einigen bekannten Namen durchsetzte Schauspielerriege macht ihre Sache gut, der Film hat nur wenige Längen. Die Handlung ist recht abwechslungsreich, aber erstaunlich actionarm. Dadurch und durch Matthew Perrys beständige Slapstick-Einlagen könnte man den Fil...