Ich träumte von Afrika
(I dreamed of Africa)

USA 2000, 114min
R:Hugh Hudson
B:Paula Milne, Kuki Gallmann
D:Kim Basinger,
Vincent Perez,
Garrett Strommen
L:IMDb
„Afrika umgibt mich. Ich habe meinen Traum gefunden.”
Inhalt
Kuki (Kim Basinger) ist von ihrem Mann geschieden und lebt alleine mit ihrem Sohn Emanuele. Nach einem Autounfall tritt der fesche Paolo (Vincent Perez) in ihr Leben. Schon bald wollen sie gemeinsam nach Afrika ziehen. Trotz negativer Vorboten lassen sie sich in Kenia nieder. Die wunderschöne Landschaft birgt zahlreiche Gefahren, wie wilde Tiere oder schmutzige Wasserlöcher. Und so nimmt ihr Leben in Afrika seinen Lauf.
Kurzkommentar
Warum nur musste Regisseur Hugh Hudson in diesem Film wie wild mit billigen Stilmitteln, altbekannten Szenen und kitschigen Klischees um sich werfen? Alleine die immer wieder auftretenden Off-Kommentare beweisen, dass Kim Basinger nicht viel mehr kann, als auf Kommando zu flennen. Ihre Ausdruckslosigkeit ist Sinnbild für die belanglose Story die gegen Ende immer dämlicher wird. Man hätte lieber noch ein bisschen mehr von der schönen Landschaft zeigen sollen, die kommt hier nämlich eindeutig zu kurz.
Kritik
Das Poster versprach einen romantischen Liebesfilm vor wunderschöner Kulisse. Die Landschaft ist sehr schön, auch wenn man auf allzu spektakuläre Einstellungen verzichtet hat. Man sieht die üblichen Tiere, die üblichen Bilder. "Ich träumte von Afrika" ist ein typischer Afrika-Film. Man nehme einige Landschaftsaufnahmen, jede Menge Viehzeug und Raubtiere, einige einheimische Statisten, ein blondes Hollywood-Starlet und einen rassigen Südländer. Dann denkt man sich noch schnell eine Story aus und schon kann man anfangen zu drehen. In diesem Fall basiert die Geschichte zwar auf einem autobiographischen Roman, was aber nichts über die Qualität oder Plausibilität des ganzen aussagt.

Jede zweite Szene hat man so oder so ähnlich schon in jeder Menge anderer Afrika-Filme gesehen. Der Zusammenschnitt von eher dokumentarischen und fiktiven Szenen wirkt äußerst unpassend und störend. Es sieht gut aus, aber hat überhaupt nichts mit der Handlung zu tun. Natürlich sind auch die freundlichen Wilderer von nebenan wieder mit von der Partie, und auch die Löwen gucken nachts mal kurz vorbei. Das ganze klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen, rechtfertigt aber noch keinen Film von 2 Stunden Länge. Also bekommt man noch eine etwas gekünstelte Romanze vorgesetzt.

Da sich der Film leider voll und ganz auf Kim Basinger konzentriert ist der weitere Handlungsverlauf leicht vorhersehbar. Die gegen Ende aufkommende Tragik wirkt dadurch mehr als lächerlich und berührt den Zuschauer nicht mal ansatzweise. Kim Basingers Ausdruckslosigkeit versuchte der Regisseur durch Off-Kommentare zu kaschieren, die aber mehr stören als helfen, einen in die Szene hineinzusaugen. Oftmals geht auch der Zusammenhang verloren, wenn mal wieder ein plötzlicher Zeitsprung kommt. Zu wenig Romantik, zu wenig schöne Aufnahmen, zuviel Langeweile und aufgesetzte Tragik. Dieser Film hat keine Daseinsberechtigung.

Langweilige Safari mit pseudotragischer Handlung und vielen bekannten Szenen


David Hiltscher