Weil es dich gibt
(Serendipity)

USA, 91min
R:Peter Chelsom
B:Marc Klein
D:John Cusack,
Kate Beckinsale,
Jeremy Piven
L:IMDb
„Ich warne Dich: englische Frauen altern auf unschöne Weise. Vor Jahren sah sich vielleicht aus wie Baby Spice, aber jetzt ähnelt sie wohl mehr... - Old Spice?”
Inhalt
In einer magischen Nacht trafen sich Jonathan (John Cusack) und Sara (Kate Beckinsale), gerade Mitte Zwanzig. Es war Liebe auf den ersten Blick. Doch Sara glaubte an die Vorbestimmung. Sie würde ihm nur Zutritt zu ihrem Herzen gewähren, wenn alle Zeichen darauf hindeuten würden. Jetzt, zehn Jahre später, sind beide verlobt und 3000 Meilen liegen zwischen ihnen. Nur das Schicksal kann jetzt entscheiden, ob die beiden endlich zueinander finden.
Kurzkommentar
Den Stempel "Romanze für den kuscheligen, kalten Winterabend" kann sich dieses Jahr wohl "Weil es Dich gibt" aufs Poster drücken, was leider nicht heißt, dass die unspektakuläre, aber süße Liebeskomödie von Peter Chelsom jedermann gefallen wird.
Kritik
Peter Chelsom konnte einem nach seinem letzten Film "Stadt, Land, Kuss" richtig leid tun. Die Komödie mit Waren Beatty, Diane Keaton und Andie MacDowell geriet zum cineastischen, organisatorischen und vor allem finanziellen Desaster (man munkelt von über 100 Mio.$ Produktionskosten; und das bei einer Komödie). Mit "Weil es Dich gibt" knüpft er nun an emotionale und herzergreifende Erfolge wie "The Mighty" an und präsentiert uns eine formelhafte, wenn auch niedliche Love-Story, die, ähnlich wie Tykwers leicht psychedelischer "Krieger und die Kaiserin", das Thema Seelenverwandtschaft aufgreift. Selbstverständlich weniger experimentell wie Tykwer die Thematik seinerzeit bearbeitete, sondern eher im üblichen hollywood'schen Love-Story-Rahmen. Das mag dem Independent-Cineasten schon zuviel sein, ist im Grunde aber nicht negativ zu beurteilen - man erinnere sich nur an durchaus gelungene Romanzen wie "Notting Hill".

Und so sei von vornherein klargestellt, dass "Weil es Dich gibt" dem Fan üblicher Liebeskomödien durchaus gefallen wird, wenn er auch nicht unbedingt total begeistert aus dem Kino gehen mag. Peter Chelsom hat mit dem ewig- sympathischen John Cusack, der nach "Pearl Harbor" überraschend guten Kate Beckinsale und Nebendarstellern wie Jeremy Piven und Molly Shannon ein fähiges und liebenswertes Ensemble zusammengestellt. Die Chemie stimmt zwischen den Darstellern ist dabei schon fast zu gut, denn dem Zuschauer werden die beiden Partner von Jonathan und Sara ebenfalls nicht unangenehm präsentiert, was das größte Problem des Films noch mehr unterstreicht: der Schicksalsgedanke und das ganze Gefasel von Seelenverwandtschaft ging mir persönlich mächtig auf den Senkel. Das ist für die Objektivität dieser Kritik sicher das K.O.-Kriterium, aber ich betone deshalb ausdrücklich, dass der Film solchen, die sich vielleicht in dieser Thematik gut aufgehoben fühlen, weil sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben, weitaus besser gefallen könnte.
Aber müssen sich die Darsteller so oft ganz knapp verpassen? Muss ihr Liebesglück derart unwahrscheinlich präsentiert werden? Das raubt mir persönlich den Verstand, wenn ich sehe, wie kompliziert das Entstehen einer allumfassenden Liebe sein kann - schrecklich.

Ein mehr oder weniger erfolgreiches Feel-Good-Movie bleibt "Weil es Dich gibt" sicherlich - dafür kann man sich zu schön in der Stimmung suhlen, kann all die gutaussehenden Personen begutachten, die selbst in den kleinsten Nebenrollen noch zu finden sind, und die übermässig-kitschige Atmosphäre des weihnachtlichen New York in sich aufnehmen. Für zwei kurzweilige Stündchen reicht das vollkommen, aber man erwarte nicht allzuviel Ermutigung auf der Suche nach der Liebe seines Lebens.

Niedliche, aber zu konstruierte Romanze für den kalten Winterabend


Thomas Schlömer