Valentine: Schrei wenn du kannst
(Valentine)

USA, 96min
R:Jamie Blanks
B:Tom Savage,Donna Powers, Gretchen Berg, Aaron Harberts
D:David Boreanaz,
Denise Richards,
Marley Shelton,
Katherine Heigl
L:IMDb
„Rote Rosen, blaue Veilchen - niemand erkennt dich mehr, zerstückelt in Teilchen!”
Inhalt
In ihrer Jugend spielten Paige (Denise Richards), Kate, Shelley, Lily und Dorothy einem Jungen namens Jeremy übel mit. Einige Jahre später nun erhalten die fünf, inzwischen hübsche junge Frauen, makabre Grüße zum Valentinstag. Und bald darauf werden Shelley und Lily ermordet. Wer dahinter steckt, ist klar: Jeremy. Doch welcher der in Frage kommenden Männer ist Jeremy? Dank neuem Namen und Gesichtsoperation ist alles möglich, und so beginnt ein teuflisches Spiel, denn der Mörder ist mitten unter ihnen...
Kurzkommentar
"Valentine - Schrei wenn du kannst" - bei diesem Film kommt man um das entsetzte Schreien kaum herum, allerdings eher wegen der Qualität denn aufgrund von Spannung. Wer Scream gesehen hat, will diesen Film ganz sicher nicht sehen, und wer ihn nicht gesehen hat, sollte Scream (oder einem beliebigen anderen Horrorstreifen) unbedingt den Vorzug geben.
Kritik
Einen Teenie-Slasher zu drehen ist spätestens seit Scream das genaue Gegenteil einer innovativen, neuen Idee. Aber dennoch gibt es ein paar Vorteile: Die Schauspieler sind zumeist preiswert, die restliche Produktion auch, es gibt zahlreiche Vorbilder, bei denen man sich bedienen kann, die Mischung aus hübschen Mädchen und dezentem Grusel kann mit etwas Geschick nicht schiefgehen, und wenn der Mörder nicht zu offensichtlich ist, bestehen gute Chancen auf einen Film, der allemal das Prädikat "Filmisch unbedeutend, aber unterhaltsam und finanziell lohnend" verdient.

Wenn, wenn, wenn - wenn man nicht ein Drehbuch hat, das derart konfus ist, dass es trotz der simplen Plotkonstruktion schwerfällt, nachzuvollziehen, was einzelne Szenen bedeuten, wenn man nicht gleich mit 5 hübschen Mädels aufwarten will, diese aber aufgrund mangelnder Prägnanz beliebig austauschen kann, wenn die "Wer-ist-der-Möder-Frage" nicht durch den ganzen Film hindurch recht optionsarm wäre, zugleich der Mörder und sein Motiv am Schluss reichlich konstruiert erscheint, wenn die Morde nicht so unglaublich einfallslos wären, wenn... Im Ernst, die Aneinanderreihung von Szenen ala "Verängstigtes Mädchen schleicht durch dunklen Gang, maskierter Typ mit Maske schlitzt sie auf" ist im Dutzend nicht so besonders prickelnd. Zumal, Stichwort Dutzend, sowieso jeder unter bzw. vor das Messer kommt, der für die Story entbehrlich war, um nicht zu sagen, zu dem der Drehbuchautorin nichts weiter einfiel. Dass die ganze Geschichte auf einem Buch beruhen soll, ist kaum zu glauben - so etwas Schlechtes und Konfuses wurde auch noch gedruckt?

Masken sind anscheinend eine Notwendigkeit: Zum einen gabs auch in Scream welche, zum anderen entbindet das Drehbuschreiber und Regisseur, sich inszenatorisch etwas einfallen zu lassen. Wie bereits erwähnt: Dunkler Gang, beleidigend auffällige Musikuntermalung, Typ in Maske, Blende weg vom Opfer, hässliches Geräusch - ganz toll. Das hat mit Spannung soviel zu tun wie Alfred Hitchcock mit der Sesamstraße. Dass dazu auch kein schauspielerisches Potential nötig ist, versteht sich von selbst, insofern verwundert es auch kaum, dass der Film gänzlich drauf verzichtet. Mit Denise Richards hätte man wenigstens auf den Babe-Faktor (der ja auch mit Neve Campbell in Scream über einige filmische Schwächen hinwegtäuscht) setzen können - aber selbst das verbockt Regisseur Jamie Blanks, der bisher nur für "Düstere Legenden" verantwortlich zeichnete.

Valentine ist somit noch nicht mal ein routinierter, bereits viele Male dagewesener Abklatsch - er ist noch schlechter. Überzeugen kann an diesem Film eigentlich nichts, und so gibt es auch keinen Grund, für diesen Film eine Eintrittskarte zu lösen.

Grauenvoll schlecht


Wolfgang Huang