Zickenterror
(Saving Silverman)

USA, 86min
R:Dennis Dugan
B:Hank Nelken, Greg DePaul
D:Jason Biggs,
Jack Black,
Steve Zahn,
Amanda Peet
L:IMDb
„Ich bin nicht schwul!”
Inhalt
Darren (Jason Biggs) hat nach vielen erfolglosen Liebeleien endlich seine Traumfrau gefunden. Das Problem dabei ist, dass seine neue Flamme Judith (Amanda Peet) ihm jeden Umgang mit seinen beiden alten Freunden J.D. (Jack Black) und Wayne (Steve Zahn) verbietet, und auch sonst recht dominant ist. Die beiden Freunde setzen nun alles daran, die beiden auseinanderzubringen, und Darren mit seiner High School Liebe Sandy (Amanda Detmer) zu verkuppeln.
Kurzkommentar
Ein weiterer "American Pie" Klon, der nur auf Kommerz ausgerichtet ist. Die Charaktere wirken platt, die Witze altbekannt und die Handlung ist bestenfalls haarsträubend. Das Zielpüublikum kann dem Film eventuell noch etwas abgewinnen, alle anderen sollten einen großen Bogen um diesen Film machen.
Kritik
"Zickenterror" ist eindeutig ein Film der aus dem Fahrwasser des überaus erfolgreichen "American Pie" stammt. Fäkalhumor, Sexualhumor und ganz allgemein flache Witze finden in diesen Teenie Komödien Monat für Monat ein neues Zuhause. Dieses Zuhause haben die Witze aber auch wirklich nötig, denn sie sind schon alt und gebrechlich. Auch "Zickenterror" bietet keinerlei Überraschungen, die Witze wirken ausgeleiert, die Charaktere kommen einem sehr bekannt vor. Wo "American Pie" allerdings in erster Linie auf Humor setzte, wird bei "Zickenterror" leider auch noch auf das Arsenal an Furchtbarkeiten zurückgegriffen, das Leute wie Freddie Prinze Jr. mit ihren RomKoms geschaffen haben. Allein dadurch wird der Film für Leute ausserhalb des recht klar definierten Zielpublikums eine Qual.

Es gibt keinen einzigen guten Witz im Film, dafür gibts erstaunlich viel schlechten Slapstick. Die Schauspieler bringen ihre Klischee-beladenen Rollen größtenteils erträglich auf die Leinwand, auch wenn man sich bei einem Großteil der Dialoge nur an den Kopf fassen kann. Die Story Twists wirken allesamt aufgesetzt und deplaziert, so dass dem Film jede Aussage verloren geht. Löblich allerdings dass Jack Black und Steve Zahn im Gegensatz zu anderen Filmen Mut zur Hässlichkeit beweisen dürfen und ganz schön versifft durch die Gegend laufen. So entsteht wenigstens ein bisschen Sympathie für die beiden Charaktere, die allerdings spätestens bei der absolut unsinnigen Entführungsaktion wieder verfliegt. Jason Biggs spielt ausnahmsweise mal nicht den Kasper, ist aber trotz seiner zentralen Position in der Handlung nur eine kleine Nebenfigur. Ein Schmunzeln ruft wenigstens R. Lee Ermeys Reprise seiner Drill Instructor Rolle aus "Full Metal Jacket" hervor, auch wenn er ein bisschen verheizt wurde. Er nervt wenigstens nicht so wie der völlig aufgesetzt wirkende Gastauftritt von Neil Diamond.

Ich denke wenn der Film entweder mehr in Richtung "American Pie" (facettenreichere Charaktere, bessere Gags) oder mehr in Richtung kitschtriefende Romantische Komödie gegangen wäre, hätte man die Katastrophe die dieses Machwerk darstellt in Grenzen halten können. Das Beste an dem Film ist noch, dass er nach gut 90 Minuten schon wieder vorbei ist. Die unlustigen Witze, platten Charaktere und die mehr als lieblose Handlung dürften selbst "American Pie"-Fans den Spaß verderben.

Von vorne bis hinten unlustig


David Hiltscher