Ran an die Braut
(Get Over It)

USA, 87min
R:Tommy O'Haver
B:R. Lee Flemming Jr.
D:Kirsten Dunst,
Ben Foster,
Melissa Sagemiller,
Martin Short
L:IMDb
Inhalt
eineinhalbjähriger Beziehung den Laufpass, um sich an Ex-Boygroup-Sänger Striker (Shane West) ranzumachen. Berke gibt nicht auf und will seine Traumfrau zurückerobern, obwohl ihn seine Freunde mit einem Ersatz trösten wollen. Neben seinem Rivalen und seiner Ex übernimmt Berke gar eine Rolle im Schul-Musical "Mittsommernachts-Rock-Abend".
Kurzkommentar
Nichts Neues von der Teenie-Front: zu Beginn noch schwungvoll entpuppt sich "Ran an die Braut" als die übliche, stereotypische Schmalzkost. Halbwegs kurzweilig ist der Streifen ja noch, aber diverse Komödienelemente sind eindeutig zuviel des Guten. Ein Film für die Zuschauergruppe "pubertierende Mädchen" - ganz ehrlich.
Kritik
"Ran an die Braut" ist eigentlich ein Kritiker-Film, und zwar in ganz speziellem Sinne: die zugehörige Kritik bedarf weniger Worte und macht somit wenig Arbeit. Den Film einzuordnen und eine Empfehlung auszusprechen ist hierbei nämlich ganz einfach: Du bist zwischen 12 und 17 Jahre alt, vornehmlich weiblichen Geschlechts? Du guckst gerne "Unter uns" oder sowas wie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" und störst Dich somit nicht an etlichen Vorhersehbarkeiten und bereits 19mal durchgekauten, "dramatischen" Elementen? Du magst Filme, bei denen es ein Happy-End gibt und Du vor allem genau weißt, daß es eins geben wird? Na dann "ran an die Braut".

Die Teenie-Romanze vom unbekannten Regisseur Tommy O'Haver ist eindeutig von durchschnittlicher Sorte, liegt nicht schwer im Magen, ist halbwegs genüsslich zu ertragen und bietet ebenso gelungene, wie mißlungene Einfälle. In der Kategorie "Gelungen" kann man sicherlich die lockere Musical-Einlage zu Beginn des Films, die Anspielungen auf's Boygroup-Gehabe oder die improvisierte Shakespeare-Einlage einsortieren, in die Kategorie "Mißlungen" fallen Martin Shorts Rolle als nervender Theater-Regisseur und die krampfhaften Versuche, etwas vom sexual und brachialhumorigen Komödienkuchen abhaben zu wollen, indem man Basketball-vögelnde Hunde und vom Strandbuggy überfahrende, blonde Dumpfbacken in den Streifen einbaut. Die romantischen Elemente bleiben einigermaßen erträglich, auch wenn sie manchem Zuschauer sicherlich allzu kitschig und süßlich erscheinen mögen.

Aber bis an den Rand der Verzweiflung hat mich das eigentlich nicht gebracht - im Gegensatz zu einigen Kollegen. Das liegt zum einen an Kirsten Dunst und Melissa Sagemiller (die nichtsdestotrotz verheizt werden), zum anderen an dem ausreichenden Level an Kurzweil, die der Film -allen Stereotypen zum Trotz- bietet. Also: sollte einem der Film in der Sneak Preview begegnen, verlässt man als Nicht-Mitglied obiger Zielgruppe besser den Saal, ansonsten kann man ruhig sitzenbleiben. Nur den vollen Kinopreis sollte wohl keiner dafür zahlen. Selbst in dieser anspruchslosen Kategorie gibt es Sehenswerteres wie z.B. "Save the last dance".

Überflüssiger Komödien/Romanzen-Mischmasch im Teenie-Stil


Thomas Schlömer