Eiskalte Clique, Die
(In Crowd, The)

USA, 100min
R:Mary Lambert
B:Mark Gibson, Philip Halprin
D:Susan Ward,
Lori Heuring,
Matthew Settle,
Nathan Bexton
„Ich habe Dich in unsere Clique integriert, Adrien, und ich kann Dich mit Leichtigkeit wieder rauswerfen!”
Inhalt
Nach langer Zeit in einer psychiatrischen Klinik wird die bildhübsche Adrien Williams (Lori Heuring) entlassen. Ihr Arzt (Daniel Hugh Kelly) vermittelt ihr einen Job in einem noblen Country-Club , wo sie versucht, in einer ruhigen, anonymen Atmosphäre ein neues Leben zu beginnen. Dort begegnet sie Brittany Foster (Susan Ward), die sie unter ihre Fittiche nimmt und das attraktive und neugierige Mädchen in ihren Freundeskreis und zugleich in die Welt der "Reichen und Schönen" einführt. Doch die Aufnahme in "die Clique" hat auch ihren Preis: Brittany nimmt immer mehr Einfluss auf Adrien - sie will sie zu "ihrem" Geschöpf machen.
Kurzkommentar
Mary Lamberts ("Friedhof der Kuscheltiere 2") Versuch eines spannungsreichen Teeniethrillers mit kühler Erotik mißlingt ziemlich, auch wenn man zugeben muß, daß sich alle Beteiligten bemüht haben. Gegen die dünne Story und das lahme Drehbuch kamen sie aber leider nicht an.
Kritik
Irgendwie fällt es schwer, großartig was über "Die eiskalte Clique“ zu schreiben. Der Film befindet sich hauptsächlich auf Soap-Niveau und will großen Vorbildern wie "Wild Things“ nacheifern, indem er Thrilleratmosphäre mit einem Schuß Erotik verknüpft. Das geht jedoch weitesgehend in die Hose, denn Regisseurin Mary Lambert gelingt es nicht, das dürftige Drehbuch mit der nötigen Spannung oder dem angebrachten Knistereffekt zwischen den Figuren zu verwirklichen. Zudem befindet sich die Story knapp über RTL-Weltpremieren-Niveau: eine vernachlässigte Tochter rächt sich an ihrer Schwester und nimmt deren Platz ein. Natürlich ist sie nicht nur wahnsinnig hübsch, sondern auch noch ordentlich durchgeknallt. Das durchschaut der Zuschauer bereits nach einem Drittel des Films als noch überhaupt nichts, aber auch gar nichts passiert ist. Bis wir dann erfahren, was der ganze Film eigentlich soll, vergehen mindestens 45 Minuten voller belangloser Szenen: die üblichen Probleme, sich in eine Clique zu integrieren, die übliche Arroganz der reichen Gören, die übliche Oberflächlichkeit der Spaßgesellschaft.

So richtig schlecht ist der Film eigentlich kaum, aber so träge und überordentlich durchschnittlich. Manche Szenen sind sicher albern und von Lambert etwas unglücklich inszeniert (der Vergleich der Schuhgrößen), aber vor allem krankt das Ganze an unspektakulären, vorhersehbaren Versatzstücken: die völlig unnötige Verführung des Doktors, der Tod der einzigen „normalen“ Freundin auf See, die zusammenhanglose Lesbenszene. Lambert wollte dem Film den Touch eines kühlen, verführerischen Erotikthrillers verpassen, kommt aber nicht gegen das dünne Storykonstrukt und die wenig ausgearbeiteten Charaktere an und so verpuffen die "heißen Szenen“ im Nichts. Auf Video kam man sich "Die eiskalte Clique“ vielleicht ausleihen, aber im Kino hat der Streifen eigentlich nichts zu suchen.

Teenie-Erotikthriller auf TV-Serienniveau


Thomas Schlömer