Einmal Himmel und zurück
(Down to Earth)

USA, 90min
R:Chris Weitz, Paul Weitz
B:Elaine May,Chris Rock, Lance Crouther, Ali LeRoi
D:Chris Rock,
Chazz Palminteri,
Regina King,
Eugene Levy
L:IMDb
„Hey, in der Bronx ist heute ein Rap-Konzert. Da segnet sicher einer das Zeitliche.”
Inhalt
Der schwarze Komiker Lance (Chris Rock) hat nicht so den rechten Erfolg. Durch unglückliche Umstände tritt er vorzeitig von der Bühne des Lebens ab, nur um sich wider Erwarten im Himmel wiederzufinden. Überraschenderweise erhält er die Möglichkeit, in einer anderen fleischlichen Hülle auf die Erde zurückzukehren. Er verdingt sich nun als reicher, weißer, aber unbeliebter, Geschäftsmann, der sich mehr für Rap-Musik und die attraktive, schwarze Krankenschwester Sontee (Regina King) interessiert als für sein Geld.
Kurzkommentar
Die "American Pie" Regisseure tun sich mit dem derzeit beliebtesten US-Komiker (dort zumindest) für einen Film zusammen, der nicht witzig ist. Das missratene Drehbuch nimmt Chris Rock die Luft zum Atmen, und so bleibt trotz vereinzelt guter Szenen, ein eher mauer Aufguss zweier Warren Beatty Filme.
Kritik
Chris Rock ist einer der beliebtesten amerikanischen Stand-Up Comedians. Er begeistert die Leute mit spontanem Witz und seinem losen Plappermaul, zumindest die Leute, die in MTV-kompatiblem Alter sind. Zu deren Lieblingsfilmen wiederum zählt zumeist "American Pie", das äußerst erfolgreiche Erstlingswerk der Brüder Paul und Chris Weitz, das einen Nachfolger und zahllose Klone nach sich gezogen hat. Dass die drei sich für einen Film zusammenschließen war wohl aus marketingtechnischer Sicht ein nur logischer Schritt. Der Erfolg gab ihnen letztlich recht, denn "Down to Earth" hat gut das Dreifache seiner Produktionskosten von 30 Millionen Dollar eingespielt.

Tatsache ist jedoch, dass Chris Rock bis dato in Spielfilmen keine Hauptrolle hatte. In Filmen wie "Lethal Weapon 4" oder "Dogma" konnte er in Ruhe mit seinem natürlichen Humor glänzen ohne auch nur einen Funken Relevanz für die jeweilige Story zu besitzen. Bei "Down to Earth" gestaltet sich die Sache anders, der Film ist komplett auf ihn zugeschnitten, er muss die Handlung quasi im Alleingang tragen, und das ging gründlich in die Hose. Da der Inhalt des Filmes, abgesehen von den kurzen Intermezzi im Himmel, nahezu identisch zu Warren Beattys bitterböser Politsatire "Bulworth" ist, wurde Chris Rock, so grotesk das bei einem Film, an dem er selbst mitgeschrieben hat, klingen mag, vollkommen fehlbesetzt. Wie schon in "Bulworth" sind die witzigsten Szenen die, in denen ein alter, weißer Mann in seinem Bonzenauto durch ein "Ghetto" fährt und dabei lauten Hip Hop hört. Dummerweise sieht man, aufgrund hanebüchener Drehbuchverrenkungen, fast nur Chris Rock, bei dem das Verhalten, das bei Warren Beatty zum Brüllen komisch wirkte, ganz natürlich erscheint, und demnach schlicht nicht witzig ist.

Vom Wirken der Gebrüder Weitz merkt man reichlich wenig, abgesehen davon, dass Jennifer Coolidge und Eugene Levy aus American Pie mitwirken. Schade, dass Chris Rock auf ein derart missratenes Drehbuch für seine erste Hauptrolle setzte. In den wenigen Szenen, in denen er aus dem starren Korsett der miesen Handlung ausbricht, ist zu erkennen, dass er sehr wohl in der Lage ist, etwas darzustellen. Überhaupt bietet "Down to Earth" immer wieder starke Einzelszenen, was den sowieso recht kurzen Film, gerade noch erträglich macht. Mit Originalton dürften Chris Rocks Witze auch nochmal deutlich besser rüberkommen, aber das Vergnügen gönnt einem der deutsche Verleih leider nicht. Wirklich schade, denn Bulworth lief in den deutschen Kinos ausschließlich auf Englisch.

Fade Schwarz/Weiß Komödie


David Hiltscher