Echos - Stimmen aus der Zwischenwelt
(Stir of Echoes)

USA, 99min
Filmspiegel-Auszeichnung
R:David Koepp
B:Richard Matheson,David Koepp
D:Kevin Bacon,
Kathryn Erbe,
Illeana Douglas
L:IMDb
„Dig!”
Inhalt
Nach einer Hypnose sieht Tom Witzky (Kevin Bacon) plötzlich, wie auch sein Sohn, Visionen einer Toten. Dazu kommt das Gefühl, ein Mörder treibe in seinem Haus sein Unwesen. Und so versucht Tom, hinter das Geheimnis zu kommen, beginnt aber durch immer seltsamere Aktionen langsam den Bezug zur Realität zu verlieren.
Kurzkommentar
Kevin Bacon ist allein schon ein Grund, diesen Film anzuschauen -sofern man von der aktuellen Gruselwelle noch nicht genug hat. Zudem leidet der Film unter seiner starken Ähnlichkeit zu "The Sixth Sense", unterscheidet sich dabei aber durch eine ganz eigenständige, absurde Atmossphäre.
Kritik
Zugegeben, ich bin ein grosser Fan von Kevin Bacon, einer von Hollywoods stilleren, aber auch besseren Schauspielern -seit "Murder in the First" einer meiner absoluten Favoriten. Auch "Stir of Echoes" hat einen Grossteil seiner Faszination Bacon zu verdanken, der den langsam den Verstand verlierenden Witzky sehr glaubwürdig spielt. Er spielt den nahenden Wahnsinn derart eindringlich, dass einem fast unheimlich wird.
Die Story hat unübersehbare Ähnlichkeit zu "The 6th Sense", obwohl beide Filme fast gleichzeitig in den USA starteten: Auch hier beginnt Tom, Tote zu sehen, die ihm ein Rätsel aufgeben, dass er unbedingt lösen muss. Auch hier gibt es einen ominösen Jungen, der das sogar dauerhaft kann. Auch hier verlangen die Toten gewissermassen einen Dienst für Unrecht, dass ihnen zu Lebzeiten wiederfuhr. Während aber beim Komkurrenzfilm der kleine Cole Sear, brilliant gespielt von Haley Joel Osment, im Mittelpunkt steht und Bruce Willis nur als 'supporting star' fungiert, ist es hier umgekehrt. Der Junge nervt eigentlich nur, zumal er längst nicht die Ausstrahlung seines Counterparts hat, dafür konzentriert sich die Story auf Tom.
Die Botschaften, die ihm in Hypnose vermittelt werden, sind stets unklar und dunkel, und liefern somit den perfekten Ausgangspunkt für ein wortwörtliches Stochern in der Realität. Den Höhepunkt erreicht der Film, als Tom sein gesamtes Grundstück umgräbt, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, und dabei stets seine Freundin per Telefon beruhigen muss -"alles okay". Diese abstrus-absurde Atmossphäre zieht sich durch den gesamten Film und ist seine eigentliche Stärke. Während "The 6th Sense" seine Faszination eher aus ruhigen Momente und unaufdringlicher Eindringlichkeit bezieht, ist es bei "Stir of Echoes" seine Schärfe und seine Gemeinheit, die Hauptfigur fast in den Wahnsinn zu treiben -wobei die Pointe darin besteht, dass er gar nicht wahnsinnig ist.
Damit hätte der Film eigentlich seinen Vorsprung vor dem etwas zu biederen Konkurrenten sicher, wäre da nicht das recht schwache Ende. Details sollen nicht verraten werden, aber dennoch, es passt einfach nicht zum Rest des Film, zu einfach, zu realistisch, zu langweilig.
Angesichts der kommenden Flut an Gruselfilmen muss man seine Kandiaten regelrecht auswählen, denn sonst wirds irgendwann zuviel. "Stir of Echoes" ist empfehlenswert für alle, die auf eine etwas absurde Story und einen tollen Kevin Bacon stehen...

Absurder und schärfer als "The 6th Sense"


Wolfgang Huang
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Erfrischend absurder und unkonventioneller Horror mit tollen Darstellern, einer bedrückenden Atmosphäre und einer grandiosen Leistung in Sachen Schnitt und Inszenierung. Zudem präsentiert sich eine solide bis toll ausbalancierte Story, die in einem eher unspektakulären, aber fein inszenierten Finale kulminiert. ...