Onkel vom Mars, Der
(My Favorite Martian)

USA, 93min
R:Donald Petrie
B:Sherri Stoner
D:Christopher Lloyd,
Jeff Daniels,
Elizabeth Hurley,
Daryl Hannah
L:IMDb
Inhalt
Der vom Erfolg nicht gerade verwöhnte Fernsehjournalist Tim O´Hara ( Jeff Daniels ) ist auf der ständigen Suche nach der reputations- und finanzfördernden Story. Reichlich unbeholfen versucht auch noch Brace Channing ( Elizabeth Hurley ), die Tochter seines Senderbosses, zu umwerben, obgleich da auch noch ein Verhältnis mit seiner attraktiven Mitarbeiterin Lizzy ( Daryl Hannah ) in der Schwebe ist. Seine Hoffnungen auf ein Sensationsereignis werden bei weitem übertroffen, als er Zeuge eines Ufoabsturzes und in der Folge zum vorerst widerwilligen Beherberger des abgestürtzen Marsianers ( Christopher Lloyd ) wird. Dieser zeigt bemerkenswerte Akklimatationsschwierigkeiten, redet mit seinem Raumanzug, und stürzt O´Haras Leben vorerst ins Chaos. Langsam entwickelt sich jedoch zwischen den beiden eine Symphatie. Da sich ein Selbstzerstörungsmechanismus aktivierte, bleibt nur wenig Zeit, das kaputte Schiff zur Rückreise wieder flott zu machen. Neben O´Hara registrierte natürlich noch das Militär den Absturz, so daß nicht nur die Identität des abgedrehten "Onkels" geheim gehalten, sondern noch gegen allerlei übelwollende Einflüsse verteidigt werden will : Brace wittert die Jahrhundertsstory und rückt O´Hara auf den Leim, ein wahnsinniger Extraterristendoktor will den armen Onkel unters Messer nehmen.
Kritik
Bei Disney muß das Ideenpotential abhanden gekommen sein. Anders ist es nicht erklärbar, wie man auf den kruden Gedanken kommen kann, die hoffnungslos antiquierte Geschichte der in den sechszigern populären Serie "my favorite martian" zu reaktiveren. Waren Kopfantennen und die Vorstellung eines Besuchs vom grünen Plantenen damals wohl der letzte Schrei, so gähnend doof wirkt die filmische Inszenierung des interplanetarische Crashs der Kulturen heute. Dabei wollte man doch nur komisch sein, was aber heftig in die Hose oder eher in die sabbelnde Alufolie, den onkelschen Raumanzug "Zoot" ging. Dieser ist tricktechnisch bravourös umgesetzt, mag einen noch vereinzelt zum Schmunzeln bringen und ist gleichzeitig die einzige Attraktion des ansonsten innovationslos-langweiligen Haufens an Klischees und Möchtegerngags, humoristischen Rohrkrepierern und dämlichen Dialogen. Vielleicht wird sich das sehr junge Publikum lebendig unterhalten fühlen - alle anderen fragen sich, was vier eigentlich gute Schauspieler zur Teilnahme an diesem spezialeffektmäßig aufgeladenen Klamauk bewogen hat. Der Dreh muß zum Heulen gewesen sein, denn der Humor wirkt so entsetzlich aufgesetzt und gekünstelt, daß nicht einmal unfreiwillige Komik, sondern nur ungläubiges Kopfschütteln entsteht. Einzig zwei lustige Szenen, die des Auftauchens in einer Toilette mit einem miniaturisierten Auto und die krassen körperlichen Zerfallserscheinungen einer "marsianischen Depression", fallen aus dem dämlichen Rahmen. Christopher Lloyds Darstellung beschränkt sich auf exaltierte Gesten und stilisiertes Herumgeschwalle, Jeff Daniels war wohl froh über das Rollenangebot, ebenso Daryl Hannah. Diese dürfte bei den kleinen Zuschauern gehörige Angst stiften, wenn sie gegen Ende durch Kauen eines marsianischen Kaugummis in ein männerfressendes Monster mutiert. Erschreckend dilettantisch agiert jedoch Elizabeth Hurley in der Rolle des biestigen Sensationspüppchen, die nie wieder versuchen sollte, jemanden zum Lachen zu bringen. Alles in allem ein ideenloser, infantiler Fastfood-Klamauk für Antennenfetischisten mit Faible für sprechende Kleidungsstücke und verwurstete Starschauspieler.

Mars macht debil, bei Arbeit Sport und Spiel.


Flemming Schock