Clay Pigeons

USA, 104min
R:David Dobkin
D:Joaquin Phoenix,
Vince Vaughn
„Er hat offensichtlich ein komisches Verhältnis zu Frauen”
Inhalt
Clay Pigeons spielt in dem kleinen Nest Mercer, einem langweiligen Kaff mit 1536 Seelen...wenn auch nicht lange. Wer wen umbringt, soll nicht verraten werden, auf jeden Fall spielt sowohl Clay (Joaquin Phoenix) als auch Lester (Vince Vaughn) ein undurchsichtiges Spiel. Und spätestens als in dem nahegeliegenen See mehr Leichen auftauchen, als Personen vermisst werden, gerät die Sache ausser Kontrolle, und jeder versucht zu retten, was zu retten ist.
Kritik
Vince Vaughn (als Lester) wird mit jedem Film besser! Auf undurchsichtige Typen abonniert, spielt er hier zusammen mit dem ebenfalls tollen Joaquin Phoenix -mit dem er schon "Für das Leben eines Freundes" drehte- einen undurchsichtigen, durchgeknallten Fernfahrer, der das Kaff Mercer mächtig in Aufregung versetzt. Doch daran ist er nicht allein schuld, auch der Schwarm aller Frauen des Dorfes (leider auch der verheirateten) Clay, trägt seinen Teil zu der immer verfahreneren Situation bei, und so beginnt der Reigen aus Sex und Gewalt
Sagen will uns dieser Film wahrscheinlich nichts, jedenfalls konnte ich keine Botschaft entdecken, höchstens vielleicht: "Du sollst neben deinem Bett keine Messerblöcke aufbewahren." "Clay Pigeons" beginnt schwarz, sehr schwarz, und sehr absurd, verkommt gegen Ende hin aber etwas zu einem konventionellen Thriller. Das ist wirklich schade, denn gerade das absurde Moment, welches Vince Vaughn als Frauenschlitzer meisterhaft abbildet, ist das Potential des Filmes. Zusammen mit Joaquin Phoenix liefert er sich sehenswerte (Psycho-)Duelle.
So arg viel mehr lässt sich eigentlich nicht sagen, die Morbidität des Szenarios, die Tristesse der Umgebung und die teilweise gut inszenierten "Charakterstudien" der Dorfbewohner tragen ihren Teil bei, sind aber (leider?) nur Beiwerk. Zu einem wirklich guten Film fehlt "Clay Pigeons" noch mehr Konsequenz, noch mehr Schwärze. Aber wer auf dunkle, makabre Filme steht, oder Vince Vaughn und Joaquin Phoenix in Hochform sehen will, der ist mit den Tontauben (Warum heisst der Film eigentlich so? Weil sowohl die durchschnittliche Lebenserwartung als auch der IQ der Dorbewohner dem von Tontauben entsprechen?) gut bedient.


Makabre Komödie mit famosen Hauptdarstellern -könnte schwärzer sein!


Wolfgang Huang