Ocean's Eleven

USA, 116min
R:Steven Soderbergh
B:Ted Griffin
D:George Clooney,
Brad Pitt,
Matt Damon,
Andy Garcia,
Julia Roberts
L:IMDb
„Ich bin raus. - Wie raus? - Aus dem Gefängnis. Dir muss doch aufgefallen sein, dass ich damals vom Zigarettenholen nicht wiedergekommen bin.”
Inhalt
Vor nicht einmal 24 Stunden ist Danny Ocean (George Clooney) auf Bewährung aus dem Gefängnis in New Jersey entlassen worden, und schon plant er seinen nächsten Coup. Danny hat dabei sein elfköpfiges Spezialistenteam handverlesen – dazu gehören das Kartenspieler-Ass Rusty Ryan (Brad Pitt), der meisterhafte Taschendieb Linus Caldwell (Matt Damon) und der geniale Pyrotechniker Basher Tarr (Don Cheadle). Gemeinsam wollen sie drei Las-Vegas-Casinos in nur einer Nacht um 150 Millionen Dollar erleichtern. Alle drei Casinos gehören dem ebenso eleganten wie ruchlosen Unternehmer Terry Benedict (Andy Garcia), der kürzlich ein Auge auf Dannys Ex-Frau Tess (Julia Roberts) geworfen hat. Zufall oder Motiv? Danny lässt sich nicht in die Karten schauen. Um die Millionen einzusacken,riskiert er sein Leben – und seine letzte Chance auf eine Versöhnung mit Tess.
Kurzkommentar
Im Gegensatz zu seinen letzten Filmen passt Soderberghs Stil in dieser eleganten, furchtbar lockeren Krimikomödie besser denn je und so ist "Oceans Eleven" ein sehr kurzweiliger Komödienspaß, der trotz seines undramatischen und konventionellen Stils kaum Enttäuschung hervorrufen dürfte.
Kritik
Wenn es einen Regissseur auf dieser Welt gibt, dessen, tja, Kultstatus ich persönlich wenig nachvollziehen kann, dann ist es wohl Steven Soderbergh. Schauen wir uns nur mal seine letzten drei Filme an: "The Limey", "Erin Brokovich" und "Traffic". Meiner Meinung nach alle ziemlich überbewertet: "The Limey" war für einen Thriller zu lahm, "Erin Brokovich" für ein Drama viel zu seicht und "Traffic" für einen Drogenfilm zu weich und aussageschwach. Sicher, es gibt viele, die schätzen an Soderberghs Regiearbeiten gerade diesen seichten, eleganten Stil, aber Dramen wie "Erin Brokovich" oder auch "Traffic" verlangen eindeutig nach weniger Zurückhaltung. Es reichen nun mal nicht Handkamera und Farbfilter, um einen dreckigen, aufrüttelnden Film zu machen. Von der deplatzierten Starpower ganz zu schweigen.

Bei "Ocean's Eleven" sind das nun glücklicherweise ganz anders aus: hier hat Soderbergh wie schon 1998 bei "Out of Sight" das richtige Genre gefunden, wo eine Ansammlung von Stars, eine legere Inszenierung und seichte Dramatik Sinn machen und wie die Faust aufs Auge passen. Man erwarte deshalb von "Ocean's Eleven" keinen spannungsgeladen, wendungsreichen, komplexen Thriller, sondern eine absolut lockere, gutgelaunte Krimikomödie, in dem nur eines eine Rolle spielt: Stil. Gerüchterweise war das Drehbuch zu "Ocean's Eleven" mal ein ziemlich Vegas-kritischer Independent-Streifen und Soderbergh ließ es zähmen und für seine Starriege umstricken. Das ist wohl etwas schade, passt aber viel besser zu Soderberghs Stil und darum funktioniert "Ocean's Eleven" viel besser als seine vorherigen Filme. Das Drehbuch liefert uns nun knackige, wenn auch konfliktfreie Dialoge, die Story läuft stur geradeaus und die Darsteller bekommen vielleicht klischeehafte, aber trotzdem sehr gefällige Rollen. Bei dreizehn wichtigen Personen ist es dabei gar nicht so einfach, den erfahrenen Zuschauer nicht mit Schemenhaftigkeit zu langweilen. Aber, wie gesagt: hier geht es nur um Stil oder wie alle Kritikerwelt zu "Oceans Eleven" schreibt: um Coolness.

Trotzdem sollte man nicht erwarten, vom Hocker gehauen zu werden. Soderbergh ist kein Guy Ritchie ("Snatch") und schon gar kein Quentin Tarantino, aber das weiß er genau und so inszeniert er seinen Einbruchsfilm zwar vollkommen undramatisch und durchschaubar, aber eben unheimlich ungezwungen - zusammen mit dem kongenialen Soundtrack macht das einfach 'ne Menge Spaß.
Und so bleibt die spannendste Frage, die den Zuschauer während der kurzweiligen 116min bewegen könnte, wohl die, wer von der elfköpfigen Darstellerriege denn nun der lockerste ist. Und die Wahl fällt da ziemlich schwer, oder?

Kurzweilige Krimikomödie in legerem Stil


Thomas Schlömer