Bats - Fliegende Teufel
(Bats)

USA, 91min
R:Louis Morneau
B:John Logan
D:Lou Diamond Phillips,
Dina Meyer,
Bob Gunton
„I can´t believe this shit!”
Inhalt
Der Biologe Dr. Alexander McCabe (Bob Gunton) hat friedfertige Fledermäuse arglos genmanipuliert und aus ihnen Killerbestien gemacht. Er erliegt der Illusion, die kleinen Vampire seien steuerbar. Als das Chaos ausbricht und ganz Amerika die tödliche Flattermausplage droht, wird die Zoologin Dr. Sheila Casper (Dina Meyer) zu Sheriff Emmet Kimsey (Lou Diamond Phillips) geordert, um das Unheil abzuwenden.
Kurzkommentar
Regisseur Louis Morneau demonstriert mustergültig ausgeleierten Horrorschund. Die Dummheit des Drehbuches sollte strafrechtlich geahndet werden, da sich weder Trash noch Spannung, sondern nur die Schwingen der lächerlich unspektakulären Fledermäuse in einem überflüssigen Streifen entfalten. Allein die den Rest des Film verspottenden letzten drei Sekunden lohnen.
Kritik
In schöner Regelmäßigkeit wird das Kino mit Filmen penetriert, die die Welt nun wirklich nicht braucht. "Bats" ist einer davon. Er ist nicht nur absolut uninspiriert, sondern auch unverschämt, denn das einzige, was ihn von Hitchcocks "Vögeln" unterscheidet, sind sein modernes, brutal billiges Horrorstreifenschema, die natürlich genmanipulierten Fledermäuse und die nicht vorhandene Spannung.

Kaum für möglich zu halten, dass auf das Konto von Drehbuchautor John Logan ebenso "The Insider" und Ridley Scotts "Gladiator" gehen. Da mögen die beiden Anderen noch so glänzen, die Verantwortung für "Bats" ist verdammt schmerzhaft. Wir wussten ja schon immer, dass die US Army dubiose Waffen entwickelt, aber einen hybriden Genetiker arglose Nachtfalter in eine kaum zu kontrollierende Massenvernichtungswaffe ummodellieren zu lassen, kann nur durch geistigen Totalausfall des Federführenden bedingt sein. Was mutet uns demnach die vermessene Naturwissenschaft als nächsten Evolutionsscherz zu? - Werden sich genmanipulierte Lebensmittel formieren und durch Genozid die Weltherrschaft an sich reißen?.

Das Geschöpf wendet sich mal wieder gegen den Schöpfer, aber der will wiederum gleich mit der US Airforce Vergeltung üben. Alles klar?. Und natürlich haben wir mitten im Dilemma ein sterotyp konstruiertes Team aus Sheriff und Bat-ologin, natürlich beginnt der Horror mit der obligatorischen Expositionsmetzelei und natürlich tickt die Uhr gegen die Weltenretter. Diese schlagen sich trotz der Drehbuchblamage immerhin wacker und Dina Mayer ist hübsch anzusehen. Das war aber auch schon alles, denn das Funktionsprinzip dieses redundanten "bat-taste" Streifens folgt dem genretypischen Ritual des ewig Gleichen.

Denn dem erwarteten "Sie gewissenloser Wissenschaftler, wie konnten Sie nur!"-Ethikdiskürschen folgt die Flatterattacke mit den pflichtgemäßen namenlosen Opfern, die eingeleitete Kampfansange ("U messed up with the wrong brother!") wird von formelhaften Sprücheklopfen begleitet. Das nächste Fressen folgt und die ganze Spirale dreht sich immer so weiter, bis es zum Showdown in die Höhle der fiesen Batmen geht.

Das zerrt selbstverständlich an den Nerven, aber nicht, weil es aufregend wäre. Die Special-Effects entrinnen, sobald die Blutsauger in Nahaufnahme gezeigt werden, nicht mehr der Peinlichkeit und legen ein Videorelease nahe. Das Hauptproblem dieser Horrorrezitation ist indessen, dass sie sich fast eisern ernst nimmt. Allein die witzige Schlussszene kokettiert drei Sekunden lang ironisch mit dem, was sich eineinhalb Stunden ernsthaft verkauft wissen möchte. Für Fans der abgeschmackten Schemata noch zu tolerieren, weil phasenweise leidlich unterhaltsam. Alle Anderen sollten vor diesem grottigem, kaum amüsanten Murks Abstand wahren.


Gruselig saugstarke Horrorrezitation


Flemming Schock