Nacht in New York, Eine
(200 Cigarettes)

USA, 102min
R:Risa Bramon Garcia
B:Shana Larsen
D:Martha Plimpton,
Guillermo Diaz,
Jay Mohr,
Christina Ricci,
Ben Affleck
L:IMDb
„Ich geh jetzt nach Hause und bring mich um. Kommst du mit?”
Inhalt
Inhalt? Naja, sagen wir mal so: Ne Menge Typen versuchen in der wahnsinnig interessanten Neujahrsnacht 1981 ihre äusserst zahlreichen Beziehungen, Sexwünsche und Neurosen zu kurieren. Der Film besteht aus zahlreichen kleinen, relativ lose verknüpften Episoden, in denen die Figuren über ihre Probleme lamentieren.
Kurzkommentar
Vermeiden Sie diesen Film! Alle Freunde der organisierten Lustigkeit sollten stattdessen lieber eine richtige Party besuchen, und alle Gegner werden sich nach diesem bodenlosen Schwachsinn noch schlechter fühlen. Mir fällt nicht ein guter Grund ein, weshalb sich diesen Film anschauen sollten.
Kritik
Der typische amerikanische Serien/Film/Kinoseher wird zahlreiche Gesichter wiedererkennen, fast jede Nebenrolle ist mit einem kleineren Star aus beliebten US-Serien, Comedyshows oder Kinofilmen besetzt. Aber das hilft dem Film leider auch nicht: Weder die morbide Christian Ricci (hier so hässlich wie noch nie), noch die durchgeknallte Courtney Love, weder der noch ganz akzeptable Jay Mohr noch der stinklangweilige Ben Affleck vermögen diesem Film irgendetwas sehenswertes verleihen: Er ist einfach gnadenlos unnötig:
Über eineinhalb Stunden ertragen wir die Sexprobleme, Beziehungskisten und Neurosen der einzelnen Figuren, die orientierungslos durchs nächtliche New York taumeln um schliesslich in einer konspirativen Gestörten-Orgie eine Party ins neue Jahr zu feiern. Wobei es sich um das weltgeschichtlich überaus bedeutende Jahr 1982 handelt...
Die einzelnen Episoden handeln vom notorisch unlustigen Sylvesterhasser, der nach Vorstellung seiner nymphomanischen Begleitung das alte Jahr unbedingt noch durch Kopulation beschliessen muss, vom armen Jack, dessen Problem es ist, dass sich alle Mädchen in ihn verlieben, die aktuelle aber leider gerade ne Menge Hundescheisse auf ihrem Mantel hat, bis hin zu Lucy, die die Party ihres Lebens ausrichten will, was ebenfalls mächtig daneben geht, weil zuerst niemand kommt, und sie dann, als endlich jemand da ist, einschläft. Und dann war da noch die zutiefst emotional anregende Geschichte von Val, die ebenfalls auf dem Weg zu jener Party ist, aber die Adresse verloren hat...nein, wie interessant.
Um es kurz und schmerzlos zu machen: Dieser Film ist die konzentrierte Banalität des amerikanischen Geistes zum Thema Beziehung, Liebe und Sex. Er ist von einer nicht zu beschreibenden Un-Bedeutung, so dass jedes weitere Wort verschwendete Zeit ist. Nur noch dies: Keinesfalls anschauen!

Sex, Beziehung und Neurosen auf amerikanisch: GÄHN!


Wolfgang Huang