Joe Dreck
(Joe Dirt)

USA, 90min
R:Dennie Gordon
B:David Spade, Fred Wolf
D:David Spade,
Brittany Daniel,
Dennis Miller,
Christopher Walken
L:IMDb
„Hi, ich bin Joe Dreck, und wo ist die Kotze?”
Inhalt
Seit Joe Dreck als Achtjähriger von seinem Eltern getrennt wurde, befindet er sich auf der Suche nach Ihnen - doch das gestaltet sich nicht ganz einfach, denn Joe ist nicht nur etwas geistig minderbemittelt, sondern dank Nachname und Frisur auch das Lieblingsspottobjekt aller Menschen, auf die er trifft. Als er durch Zufall in eine Freak-Radio-Show gerät, beginnt er, seine ganze Lebensgeschichte zu erzählen. Und dabei kommt er auch seinen Eltern und seiner Jugendliebe Brandy wieder näher.
Kurzkommentar
Nomen est Omen, mag man angesichts des Titels denken, und liegt damit ziemlich richtig. Allerdings sind die Gags (und mehr als eine Aneinanderreihung solcher ist das Ganze nicht) gar nicht mal so zotig oder fäkalorientiert, sondern im wesentlichen flach und langweilig.
Kritik
Wie zur Entschuldigung liest man in allen Kritiken, dass David Spade ein höchst erfolgreiche Comedy-Star der US-Kult-Show "Saturday Night Live" ist. Also wollen auch wir dieses Detail nicht verschweigen, es hilft nur leider nichts: "Joe Dreck" ist trotzdem scheisse. Da hilft all die Comedy-Erfahrung nichts, und auf einen Bekanntheitsbonus kann Spade hierzulande auch nicht hoffen. Nun ist es noch nichtmal so, dass "Joe Dreck" einer von jenen Filmen ist, der seine Fans finden dürfte, jene nämlich, die ihren Gefallen an etwas primitivem, zotigem Fäkalhumor haben. Denn das allein ist nicht das Problem: Vielmehr sind die Gags einfach superflach und ziemlich lahm, entlocken selbst dem geneigten Zuschauer noch nicht mal ein müdes Grinsen. Das mag auch daran liegen, dass Spade als Drehbuchautor eigentlich nichts anderes einfiel, als immer wieder seinen Nachnamen und seine Frisur in den humoristischen Mittelpunkt zu stellen - doch spätestens nach einer Viertelstunde ist damit nichts mehr zu gewinnen, was Spade aber leider nicht gemerkt hat. Dabei wäre die Erzählstruktur -Dreck erzählt seine Lebensgeschichte, die ihn durch sämtliche Bundesstaaten führt, in kleineren Episoden- gar nicht mal ungeeignet gewesen, gewissermassen die Trash-Version von "Forrest Gump". Auch die schwache Rahmenhandlung um die Suche nach seinen Eltern wirkt ziemlich hilflos aufgepropft, gleiches gilt für die Liebesgeschichte, die man so gar nicht glauben mag.

Schauspielerische Höhepunkte wird niemand ernsthaft erwarten - folglich gibt es auch keine. Alleine beinharte Christopher-Walken-Fans können sich an einem skurrilen Kurzauftritt erfreuen. Man sollte erwarten, dass die geballte Comedy-Erfahrung der Saturday-Night-Life-Macher dem Film zu mehr zündenden Pointen verhelfen würde, denn eigentlich scheitert es nur daran. Gut, das Setting und die Figuren sind ziemlich fragwürdig, aber das müsste nicht unbedingt das Aus für eine gute Komödie (auf entsprechendem Niveau) bedeuten. Den Todesstoß gibt "Joe Dreck" aber nicht der vermeintlich intelektuelle Vorbehalt gegen Späße der derberen Art, sondern schlicht und einfach das Fehlen jeglichen Witzes.

Der Name ist Programm


Wolfgang Huang