Death Race

USA, 89min
R:Paul W.S. Anderson
B:Paul W.S. Anderson
D:Jason Statham,
Joan Allen,
Tyrese Gibson
L:IMDb
„Nobody fucks with my car.”
Inhalt
Als der dreifache Speedway-Champion Jensen Ames (Jason Statham) für den Mord an seiner Frau, den er nicht begangen hat, im Gefängnis landet, stellt ihn die skrupellose Direktorin (Joan Allen) vor eine einfache Wahl: Entweder er fährt und gewinnt das Death Race (in waffenstarrenden PS-Boliden kämpfen Häftlings-Gladiatoren auf einem mörderischen Rundkurs auf einer Gefängnisinsel drei Tage lang um den Sieg) oder verrottet in seiner Zelle. Unterstützt von einem Mechaniker-Team und einer heißblütigen Beifahrerin setzt sich Jensen also hinter das Steuer eines gepanzerten 8-Zylinder Mustangs. In der Todesarena von Terminal Island beginnt ein mörderisches Spiel, bei dem die Feinde nicht nur auf der Rennstrecke lauern.
Kurzkommentar
Frei nach Roger Cormans Kultklassiker aus den 1970er Jahren (mit Sylvester Stallone und David Carradine) lässt Paul W. S. Anderson ("Resident Evil", "Alien vs. Predator") den britischen Schauspieler Jason Statham ("The Transporter") nun im „Death Race“ des neuen Jahrtausends antreten. Herauskam dabei albern-feines Krawallkino, dass in früheren Jahren zweifellos bei Cannon Films eine verdiente B-Heimat gefunden hätte.
Kritik
Wenn ehrliche Stahlarbeiter mit Herz am rechten Fleck vom System betrogen werden…im Film zur Wirtschaftskrise (richtige Auto- und Öllust ist nur noch auf abgesperrten Gefängniskursen erlebbar!) endet dies alles in lustvoll-einfältigen 89 Minuten. Zwar mögen nur manche US-Blätter diese Ansicht teilen – so schreibt in etwa die Time „Though the picture doesn't deserve to appear on any critic's 10-best list, it observes the minimum standards of modern action films, which is to say it looks smarter, talks sassier and moves faster than almost anything else on the market.“ oder die New York Times “The movie is legitimately greasy, authentically nasty, with a good old-fashioned sense of laying waste to everything in sight -- including the shallow philosophizing and computer-generated fakery that have overrun the summer blockbuster.“ – aber zweifellos bietet der Film die richtige Einstimmung für kommende PKW-Abenteuer wie “Transporter 3” oder “Fast & Furious”.

Es überrascht den geneigten Kritiker, dass noch keine Publikation auf die mehr als offensichtlichen Parallelen von “Death Race” und “Parker Lewis” hingewiesen hat. Wenn man erst einmal angefangen hat, nach Gemeinsamkeiten zu suchen, macht die Suche richtig Spaß. Die toughe Gefängnisdirektorin ist natürlich Schulchefin Grace Musso. Der der Direktorin unterwürfig-bewundernde Wärter findet seine Entsprechung in Brownnoser Frank Lemmer. Wenn Rennfahrer Frank Parker Lewis selbst ist, ist sein übercooler Mechaniker natürlich Rocker Mikey Randall. Und Nerd Jerry Steiner? Den gibt es im Rennstall selbstverständlich auch.

Die Rennen sind äußerst spektakulär und temporeich in Szene gesetzt. Anderson spart dabei weder an explosiven oder blutigen noch an sexistischen Inhalten, aber daran dürfte sich zumindest Schauspieler Statham nach seiner Rolle in „Crank“ (die im Übrigen auch wieder in Bälde neu aufgelegt wird) schon gewöhnt haben.


Feinster Stoff für deutsche Filmhochschulen und Feuilletons der Wochenzeitungen: Testosteronüberbordendes Roadkill-Vehikel zwischen Robocop und Gladiator.


Rudolf Inderst