Wanted

USA, 110min
R:Timur Bekmambetov
B:Michael Brandt
D:Morgan Freeman,
Angelina Jolie,
James McAvoy
L:IMDb
„Your father was one of the greatest assassins who ever lived. The man who killed him is behind you.”
Inhalt
Mit hängenden Schultern schleppt sich der 25-jährige Wes (James McAvoy) durchs Leben und erträgt widerstandslos die Aussichtslosigkeit seiner trübsinnigen Existenz. Demütigungen und Langeweile beherrschen jede Sekunde seines Alltags, bis ihn die aufregende Fox (Angelina Jolie) in einem Supermarkt anspricht und erklärt, dass er der Sohn einer am Tag zuvor ermordeten Killerlegende sei. Der Auftakt zu einem actionreichen Abenteuer…
Kurzkommentar
Basierend auf Mark Millars Graphic Novels gibt Regisseur Timur Bekmambetov, Schöpfer der erfolgreichen "Wächter der Nacht"-Filme, sein Hollywooddebüt. Und dieses geht sofort auf die digitale Überholspur, aber nimmt sich tatsächlich die Zeit, um eine nachhaltige Aussage zu formulieren, die etwaige Selbstreinigungskräfte der Geschichte diskutiert.
Kritik
Angelina Jones nimmt ihre letzte Actionrolle in Angriff. Sagt sie. Wer derart ikonische Coolness zur Schau stellt, schwindelt bestimmt. Oder taucht nie wieder auf der Leinwand auf. Auch der Rest des Ensembles ahnt wohl, dass es in einer recht überzeichnet-stylishen Chose mitwirken soll. Macht es auch, ohne zu klagen.

Die Geschichte des Joe Average, der auf der Schattenseite des Lebens steht (mit allen Konsequenzen für Karriere und Liebesleben) bietet natürlich die richtige Ausgangslage für einen konsequenten und gewalttätigen Aufstieg ins Überinszenierte eines digitalen Pathos ohne Grenzen. Das alles geschieht in wilden Bildern, die den Zuseher durch ihre lineare und straffe Komposition fesseln. Stets nach vorne, aber variabel zwischen erstem und fünftem Gang. Kinetik war nie so anschaulich.

Das flotte gunplay und die Effekte jedoch sind nicht das Ausschlaggebende des Films. Viel mehr ist eine entscheidende Frage, die der Film zu guter Letzt aufwirft. Die mächtigen Auftragskiller, die von der Geschichte ihre Mordaufträge zu bekommen glauben, sehen sich mit ihrem eigenen letalen Schicksal konfrontiert und weigern sich, es zu akzeptieren. Um nicht zu viel zu verraten, soll abseits der Handlung auf die Frage eingegangen werden, die diesem Konflikt zugrunde liegt. Verfügt die Geschichte über Selbstreinigungskräfte? Werden diejenigen Persönlichkeiten, welche sich ÜBER den Lauf der Dinge erheben wollen, von eben diesen Dingen überrollt? Wenn noch Popcorn übrig ist, kann darüber nach dem Kinobesuch herzhaft diskutiert werden.

Überraschend flotter russo-amerikanischer Ausflug ins Actiongenre mit – Achtung! – Message


Rudolf Inderst