Ein Schatz zum Verlieben
(Fool's Gold)

USA, 112min
R:Andy Tennant
B:John Claflin, Daniel Zelman
D:Matthew McConaughey,
Kate Hudson,
Donald Sutherland
L:IMDb
„Florida didn't ruin your life, you did.”
Inhalt
Schatzsucher Finn (Matthew McConaughey) hat einfach kein Glück - weder im Spiel noch in der Liebe. Seine Frau Tess (Kate Hudson) lässt sich scheiden, ein schießwütiger Gangster ist ihm hart auf den Fersen, und dann versinkt auch noch sein Boot in den Fluten der Karibik - ausgerechnet in dem Moment, als er den Hinweis auf einen legendären Schatz findet. Doch Finn gibt nicht auf, denn ihm bleibt immer noch sein unwiderstehlicher Charme: Erst überredet er den Milliardär Nigel Honeycutt (Donald Sutherland) zu einer neuen Schatzexpedition, und dann überzeugt er Tess, dass er dieses gefährliche Spiel ohne ihre Liebe nicht gewinnen kann.
Kurzkommentar
Ist es ein Abenteuerfilm? Nein! Ist es ein Liebesfilm? Nein! Eine Komödie? Nein! Es ist Halbgar-Film! „Ein Schatz zum Verlieben“ ist so raffiniert wie Fünf-Minuten- Suppe und so ausgearbeitet wie ein Straßenloch. Kurzum: 112 Minuten Zeitverschwendung.
Kritik
Angeblich gab es für Pamela Anderson eine Vertragsklausel, in welcher genau aufgelistet wurde, wie lange sie mindestens pro „Baywatch“-Folge ihr Dekolleté in die Kamera halten müsse. Bei Matthew McConaughey kann man es sich bestens genau anders herum vorstellen. Nehmen wir an, Muskel-Matthew liest das Skript und stellt fest, dass es eine Gottesdienst-Szene enthält. Jetzt schrillen langsam die Alarmglocken und ihm dämmert: Moment, denkt er sich, Gottesdienst, Kirche, Kleiderordnung? KLEIDERORDNUNG? Sofort greift McBizeps zum Rotstift: Szenen, in denen ich nicht mit freiem Oberkörper herumstolzieren kann, werde ich nicht drehen. Pfauen-Schicht im Testosteron-Schacht!

Dummerweise scheint es auch im höchsten und ureigensten Interesse Kate Hudsons gewesen zu sein, die totale Abstinenz einer Wampe in langen Einstellungen zu demonstrieren. Ist man also an einer äußerst hedonistischen Bademodenschau nicht sonderlich interessiert, kann man sich den 70 Mio. Dollar Streifen getrost sparen. Der komplett in Australien abgefilmte Langweiler nötigt auch noch Donald Sutherland, mitzuwirken. Wie konnte er?

Die Bilder nach bester Postkartenmanier bleiben spannungsarme Aneinanderreihung physischer Hybris. Die Handlung schleppt sich dahin wie eine betrunkene Piratencrew bei 48 Grad Sommerhitze und durchzogen wird die Chose zudem von einer ganz gehörigen Portion Rassismus. Ach, wie lustig sind doch Schwarze, wenn sie kräftig (intellektuell und körperlich) auf ihr Maul kriegen!

Zum Glück scheine ich nicht der Einzige zu sein, der diesen Schiffsbruch in Reinkultur so bewertet. Die US-Presse hält sich ebenso wenig zurück: Empire schreibt: „Absolute tosh. A ridiculous, unerringly tedious plot is weighed down by listless performances from a cast who clearly wished they were somewhere else, despite the sumptuous locations.“ Der Austin Chronicle ergänzt: “Fool’s Gold is the latest romantic comedy from Tennant, who is very possibly the worst director working in Hollywood today. "Fools Rush In." "Ever After." "Sweet Home Alabama." Hitch: I ask you, has anyone done more in the last 10 years to make love seem totally unappetizing? Und The Globe and Mail bilanziert: “Fool's Gold starts flat and then deflates because of torpid pacing and flailing performances.“

Bademodenschau ohne Sinn und Verstand – nicht entern, gleich versenken


Rudolf Inderst