Fantastic Four - Rise of the Silver Surfer

USA, 93min
R:Tim Story
B:Don Payne, Mark Frost
D:Jessica Alba,
Ioan Gruffudd,
Chris Evans,
Michael Chiklis,
Julian McMahon
L:IMDb
„Treasure each moment with her and tell her she's right, we do have a choice.”
Inhalt
Nach dem erfolgreichen ersten Teil der Marvel-Comic-Verfilmung haben die Fantastic Four nun einen neuen, überaus gefährlichen Gegner. Die kosmischen Kräfte dieses spektakulären Angreifers suchen ihresgleichen. Sogar für die sympathischen und ihrerseits mächtigen Superhelden der FANTASTIC FOUR scheint dieser faszinierende und geheimnisvolle Widersacher namens SILVER SURFER unbesiegbar …
Kurzkommentar
Schon 2005 war klar, dass diese Serie fortgesetzt worden würde – und so ist es wenig verwunderlich, dass der Kinosommer 2007 mit einem konventionellen Wiedersehen mit dem langjährigen Marvel-Heldenquartett bietet. Dieses bietet neben unendlich vieler CGI-Effekte ein wenig Romantik, jede Menge Action und vermittelt nebenbei mit dem Zeigefinger humanistische Grundwerte: Der Mensch (und Superhelden ebenso) ist frei!
Kritik
Fast sechs Monate Drehzeit und 130 Millionen US-Dollar verschlang "Fantastic Four – Rise of the Silver Surfer". Das Ergebnis ist eine recht biedere Ansammlung von Revuenummern, welche auf der einen Seite eindrucksvoll vor Augen führt, wie weit die Rechenleistung heutiger Serverfarmen reicht, aber auf der anderen Seite ebenso deutlich zeigt, wie schnelllebig und angepasst diese Sorte Film doch eigentlich ist. Bereits dreißig Minuten, nachdem das Publikum das Kino verlassen hat, wird es ihm vermutlich recht schwer fallen, sich an etwas anderes als das – zugegeben wirklich hypnotisierende – Bild des Silver Surfer zu erinnern. Dieses Bild allerdings blieb auch schon während der ersten Trailersichtung im Gedächtnis haften, da Sound und Bild so wunderbar zusammen spielten: in Zeitlupe und mit einem gewaltigen Glockenschlag taucht der Surfer wellenförmig aus einem Gebäude auf, welches er gerade, scheinbar materielos, durchflogen hatte. Entsprechend anerkennt auch Chris Evans als Johnny Storm diesen Auftritt und haucht ein leises "Cool!".

Regisseur Tim Story, der auch für den ersten Teil verantwortlich zeichnet, fängt zusammen mit Kameramann Larry Blanforf (der auch schon das Kriegsspektakel "Tears of the Sun" aussehen ließ wie einen samstäglichen Einkaufstrip zum Gartencenter) ultrasaubere Bilder ein. Auch beim Drehbuch wollte man nichts riskieren, erneut sorgte Mark Frost wie in Teil eins für ein sehr geradliniges Skript, welches den Figuren nur sehr wenig Zeit hat, sich tief gehender mit anderen und sich selbst zu beschäftigen. Und mit den geographischen Unterschieden zwischen Hong Kong, Shanghai und Japan sollten sich die Produzenten einmal eingehender beschäftigen. Auf ein geteiltes Echo unter Fans wird zweifelsohne auch der finale Konfrontation der Superhelden stoßen – hier entfernte man sich gewaltig von der Comicvorlage in Sachen Oberschurkendesign.

Ungnädig zeigte sich auch die US-Presse, was die vier Freunde und den Chromsurfer betrifft. In der Washington Post ist zu lesen: "Surely the dullest of Hollywood's many comic-book-derived summer movies, "Silver Surfer" is drearier than corn dying in the Iowa sun, slower than molasses in Antarctica." Die New York Times legt nach: "This existentially and aesthetically unnecessary sequel to the equally irrelevant if depressingly successful "Fantastic Four."" Und die Los Angeles Times rundet ab: "Earnest, gee-whiz and foursquare, this simple and intentionally inoffensive sequel gets points for being easy to take and scrupulously avoiding obvious sources of irritation."
Entsprechende Zahlen vorausgesetzt, wird sicherlich mit einem weiteren Sequel zu rechnen sein, zumal nach dem Abspann "brisante Informationen" auf der Leinwand zu sehen sind. Für alle anderen gilt: "The Dark Knight" kommt 2008.


Effektreiches, aber arg biederes Schaulaufen des Marveluniversums mit humanistischer Botschaft und familiengerechter Action.


Rudolf Inderst