Marine, The

USA, 93min
R:John Bonito
B:Michelle Gallagher
D:John Cena,
Robert Patrick,
Kelly Carlson
L:IMDb
„What if there's some guy up there with a hockey mask and a hatchet? Or... or a group of country ass crackers cravin' some man-love?”
Inhalt
Der Marine John Triton (John Cena) missachtet im Irakkrieg Befehle, um Kameraden zu retten, und wird als Konsequenz aus dem Dienst entlassen. Zurück in der Heimat gerät er in einen ganz anderen Kampf: Seine Frau Kate (Kelly Carlson) wird von dem gnadenlosen Gangster Rome (Robert Patrick) und seiner mörderischen Bande entführt. Alles, was ihm etwas bedeutet, steht jetzt auf dem Spiel, und John Triton lässt sich von nichts und niemandem aufhalten, um seine gefährlichste und wichtigste Mission zu erfüllen.
Kurzkommentar
Videoclip-Regisseur John Bonito hält Gericht! Und WWE-Wrestling-Superstar John Cena ist der Vollstrecker. Zünftige Keilereien und turmhohe Explosionen am Fließband lassen die relativ blutarmen 93 Minuten wie im Flug vergehen. Bitter wird es allerdings, wenn Sprechrollen "passieren". Aber hey, der Film heißt schließlich nicht "The Poet".
Kritik
Ein längerer Weg liegt hinter dem maskulinen Prototypen: Der bereits 2004 in Australien abgedrehte Kraftprotzstreifen fand er nun, im Frühjahr 2007, seinen Weg in die deutschen Kinos. Das für Hollywood übersichtliche Budget von 15 Millionen Dollar spielte "The Marine" mittlerweile wieder ein und die Profiwrestling-Produktionsfirma WWE Films, die u.a. verantwortlich zeichnet für den Horrorheuler "See No Evil", die Actiokomödie "The Rundown" oder das kommende Actionabenteuer "The Condemned" kann sich entspannt zurück lehnen und darüber nachdenken, welchen Wrestler man als nächsten für sein Schauspieldebüt vorbereitet.

"The Marine" bietet klassisches Actionkino: Marine und Gutmensch wird ungerechterweise, weil für menschliche Werte eintretend als aus der Reihe tanzendes Rädchen aus der "Maschine" US-Armee entlassen und bangt um einen Lebenssinn – letzter Rettungsanker ist seine lasziv-promiskuitive Ehefrau. Da sieht der Steroidonkel natürlich rot, als diese als Geisel in die Hände des charmanten Gangsters Rome fällt, welcher mit reichlich Augenzwinkern von Robert Patrick angelegt wird. Gut und böse sind sofort und ohne Schwierigkeiten zu erkennen, und somit erinnert "The Marine" an all die "City Cobra"s, "Raw Heat"s und "Hard Target"s vergangener Tage. Es gibt also saftige Keilereien und massenweise Explosionen, die von Kameramann David Eggby ("Virus", "Warlock") ordentlich in Szene gesetzt wurden.
Und so urteilt auch die US-Presse überwiegend in dubio pro reo: Im San Francisco Chronicle ist zu lesen: "A throwback to all those guilty pleasure action movies." Die LA Weekly meint: "Fans of campy action should check this out." Und schließlich resümiert der Austin Chronicle: "Patrick leaves no scenery unchewed, and, in doing so, he gives life to an otherwise by-the-book script and proves once again that in Hollywood, it’s usually the bad guys who turn out to be the best characters." Will heißen: Wer also nicht so recht daran glauben kann, dass ein Polizeiwagen nach zwei Magazinen aus einer M16, zwei weiteren Magazinen einer Uzi und drei Magazinen einer 9mm (alles aus nächster Nähe abgefeuert) immer noch recht ordentlich fährt, der spart sich die Einberufung des Leinwandsoldaten lieber.

Lautes, launiges und trashig gespieltes Actionkino für Tankstellen-Soundcrews und deren 318er.


Rudolf Inderst