Galaxy Quest

USA 1999, 104min
R:Dean Parisot
B:David Howard
D:Tim Allen,
Sigourney Weaver,
Alan Rickman
L:IMDb
„Niemals aufgeben, niemals kapitulieren”
Inhalt
Vier Jahre lang hat die Crew der NSEA "Protector" in der 1970er-Serie "Galaxy Quest" gefährliche Missionen bestanden, dann wurde die Produktion eingestellt. Zwanzig Jahre später tragen Jason Nesmith (Tim Allen), Gwen DeMarco (Sigourney Weaver), Sir Alexander Dane (Alan Rickman), Fred Kwan (Tony Shaloub) und Guy Fleegman (Sam Rockwell) ihre Kostüme nur noch, um auf Sci-Fi-Conventions für die immer noch große Fangemeinde Auogramme und Interviews zu geben. Doch kommen einige Fans von sehr weit her. Sie entpuppen sich als Aliens und entführen das gesamte Schauspielensemble in der Annahme, die von ihnen gespielten Rollen und die TV-Serie seien keine Fiktion, sondern "historische Dokumente". Es ist nun also an den Schauspielern, ein Raumschiff zu fliegen und den Kampf gegen garstige Aliens aufzunehmen - nur wie?
Kurzkommentar
Durch unverbrauchten Ansatz und gutes Schauspiel macht "Galaxy Quest" streckenweise durchaus Spaß, langweilt alles in Allem jedoch durch Unbeständigkeit. Konsequent überzeugen kann er weder als Trekkie-Karikatur noch als Sci-Fi-Parodie und verschenkt Potential vor allem dadurch, dass sich Elemente abgeschmackter Weltraumaction vereinzelt ernst statt comichaft überzeichnet verstehen.
Kritik
Science-Fiction hat im Kino der letzten Jahre ein gigantisches Revival erfahren und sich als publikumswirksames Genre schon vor "Star Wars: Episode 1" wiederherstellen können. Unabhängig von diesem Trend wird seit Jahrzehnten der Kult um die "Star Trek"-Serien über den passiv Begeisterten hinaus vom harten Kern der Fangemeinde in sogenannten "Conventions", Treffen, auf denen in Spezialgarderobe über die Grenzen der heutigen Physik hinausdiskutiert wird, regelrecht gelebt und zelebriert. Nicht nur liegt die Befürchtung nahe, dass so mach einer schon zu tief ins Trekke-Universum eintauchte, um noch zu vergegenwärtigen, dass es einst bloß der Glotze entsprang, vielmehr tritt auf jenen "Conventions" auch stereotype, überstrapazierte Medieninszenierung zutage.

An diesem Punkt beginnt der augenzwinkernde Ansatz von Drehbuchschreiber David Howard, der "gelebten" Sci-Fi-Kult und den Kleinzwist der alternden "Galaxy Quest"-Crew zurückhaltend satirisch beschreibt. Der Gedanke, eine "Convention" samt ihrer Eigenarten bitterböse ins Lächerliche zu übertreiben, hätte einigen sicher gefallen, doch serviert bekommen wir die vermittelnde, die seichte Tour, um ja kein Ethos zu kränken. Regisseur Dean Parisot, bisher in erster Linie für das Fernsehen produzierend, zeigt die in diesem Fall zweifelhafte Stärke, immer schön bodenständig zu bleiben - gewagtere Parodie ist eben unterhaltsamer, was nun nicht heißen will, dass sich "Galaxy Quest" schon von Beginn an als Schlaftablette entpuppt. Nein, gerade die Umsetzung des brillianten Erzählmoments, die Serien-Crew von Außerirdischen in der irrigen Annahme entführen zu lassen, sie hätten Superhelden vor sich, sorgt zusammen mit Grobmotorik und Ausdruck der Extraterrestrischen für etliche Lacher. Die bisher nur gespielte Realität wird zur wirklichen und birgt reichlich Orientierungsschwierigkeiten. Doch scheint es, als ob mit dem obligatorischen "Hochbeamen" gleichsam das Planungskonzept des Streifens in den berühmten unendlichen Weiten des Weltraums verloren geht.

"Galaxy Quest" hat über seine harmlose, zu wenig schrille Natur hinaus vor allem ein Problem: Die Verwechselungsgeschichte und das Bewähren einer Pseudo-Raumcrew hätte die optimale Grundlage für enddebilen, aber kurzweiligen Weltraumklamauk geboten. Doch Regisseur Parisot wusste mit seinem Drehbuchschreiber wohl nicht recht, welche Richtung nun einzuschlagen sei: entweder Persiflage ODER solides Weltraumabenteuer. Dass beides vereint nur bedingt funktioniert, zeigt der absinkende Lachfaktor, aber in erster Linie das Abdriften in eine noch nicht mal serientaugliche Spannungsdramaturgie. Witz reibungslos funktionierend mit fesselnder Handlung zu paaren, ist ohne Frage schwer, und daran scheitert "Galaxy Quest". Sich gegen niederträchtige, reptiliengleiche Bösewichter zur Wehr zu setzen, ist in etwa so aufregend neu wie die erste "Star Trek"-Folge. So verpufft der innovative Ausgangspunkt in flacher Spannungskurve sowie flachem Wortwitz und macht den Film weniger packend als so manche real existente Serienfolge. Aus dem Anspruch einer stringent durchdachten Satire auf typisierende Sci-Fi-Muster wird eine ideenlose, formelhafte Wiederhohlung dergleichen. Die Special-Effects sind gehobener Standard, fallen aber nicht positiv aus dem Rahmen - vom Mitwirken des Effektgurus Stan Winston ist nicht viel zu spüren, auch das Setdesign bleibt unbemerkt. Die einhundert Filmminuten entpuppen sich zunehmend als leicht durchwachsener Trip mit zähem Nachgeschmack.

Allerdings ist der mimische Einsatz durchweg solide und macht die galaktische Farce somit doch noch sehenswert. Paradekomiker Tim Allen lässt den an der Superheldenrolle Gefallen findenden Commander Peter Quincy Taggert vorbildlich zur Geltung kommen und auch die anderen spielen entspannt auf. Das Interessanteste an Sigourney Weaver scheint derweil ihre blonde Frisur. Am Ende kaufen die auf der "Convention" Anwesenden das Reale als Show ab und der Zuschauer bleibt darüber im Unklaren, worin nun eigentlich das Ziel dieser seichten Synthese lag. Einige Anspielungen auf bekannte Genremomente sind durchaus geglückt, aber das ist nicht genug, um den programmatischen Titel entweder mit humoristischem Schwachsinn oder bissig überspitzter Karikatur zu füllen.

Entschlusslose Weltraum-Satire mit nur vielversprechender Grundidee


Flemming Schock
Weiterer Kommentar auf der folgenden Seite...
"Galaxy Quest" bietet dem Zuschauer das, was er erwartet: eine gelunge Science-Fiction Komödie auf Basis des Trekkie-Wahns. Leider kommt auch nicht mehr rüber : alles wirkt etwas hausbacken, nett eben. Etwas mehr Biss hätte der Crew um Tim Allen sicherlich nicht geschadet, aber einen netten abend genießt man mit "Galaxy Quest" allemal....