Kaliber Deluxe

Deutschland, 110min
R:Thomas Roth
B:Thomas Roth
D:Marek Harloff,
Jürgen Tarrach,
Dieter Pfaff,
Bela B. Felsenheimer
L:IMDb
„Nein Mama, das Stück ist nichts für dich. Das ist das brutale, mit dem vielen Blut.”
Inhalt
Im Auftrag des Gangsters Ed (Jürgen Hentsch) soll ein Gaunertrio ein Wettbüro berauben. Bei dem brutalen Überfall nehmen die drei dem umtriebigen Honcek (Dieter Pfaff) einen Koffer mit viel Geld ab. Gejagt von Polizei und von Honcek-bezahlten Killern flüchten sie sich in einen abgelegenen Ferienbungalow in den Bergen. Dort hat Dean (Marek Harloff) gerade ein Schäferstündchen hinter sich und muss sich nun vor den Gangstern verstecken. Er spielt die drei noch verbliebenen Verbrecher mit seinem Mobiltelefon gegeneinander aus, um eine Möglichkeit zum Fliehen zu erhaschen. Doch bald neigt sich seine Akkufüllung dem Ende zu.
Kurzkommentar
Kaliber Deluxe ist ein deutscher Thriller, der offenbar in Tarrantino-Manier den Zuseher mit unnötigen Splattereffekten und einer konfusen Handlung zu fesseln versucht. Die unlogische und zerstückelte Handlung mit einer unüberschaubaren Schar von Figuren bietet allerdings kaum Spannung. Die Schauspielerleistung bewegen sich im unteren Bereich, was aber in erster Linie dem schlechten Drehbuch zuzuschreiben ist.
Kritik
Regisseur und Drehbuchautor Thomas Roth wäre wohl gerne die deutsche Version von Quentin Tarrantino. Aus dessen Werken wie "Pulp Fiction" oder "Jackie Brown" hat er sich so einiges an Elementen rausgegriffen. Da wäre zum einen die Brutalität, die in Tarrantino-Filmen sehr überzogen und schwarzhumorig wirkt. In Kaliber Deluxe klappt dies nicht im geringsten, diese Szenen sind einfach ekelhaft und haben nicht den geringsten Bezug zur Handlung, und es gibt viele dieser Szenen. Ein weiteres Ziel des Multitalents war, eine möglichst große Anzahl vollkommen unwichtiger Charaktere einzuführen und diese irgendwelche zusammenhanglosen Sätze aufsagen zu lassen. Das stört den Handlungsfluss und verwirrt den Zuschauer. Schade auch, dass man nicht mehr aus dem schönen österreichischen Setting gemacht hat. Der Film spielt in Wien und in den Alpen, doch fast alle Akteure sprechen akzentfreies Deutsch.

Die Besetzung Marek Harloffs, Bruder des etwas bekannteren Fabian Harloff, ergibt einfach keinen Sinn. Zugegeben, die Rolle ist sowieso schon schlecht ausgearbeitet und voller Widersprüche, aber das muss ja nicht gleich heißen, dass man die Rolle einfach nur so hinschludert. Auch andere Schauspieler werden vom Drehbuch massiv benachteiligt. Frank Giering, der die Hauptrolle in "Absolute Giganten glänzend gemeistert hat, wird hier als billiger Pulp Fiction John Travolta verheizt. Auch Jürgen Tarrach aus den "Musterknaben" hat eine sehr seltsame Rolle. Er hat aber wenigstens noch ein paar gute Szenen.

Aus dem konfusen Drehbuch und der mehr als komplexen Ausgangssituation ergibt sich eine Reihe haarsträubender Logikfehler, die einem den Filmspaß vollkommen vermiesen. An der Story selbst haben neben Thomas Roth noch einige andere Leute mitgewirkt, die auf dem Gebiet vielleicht nicht ganz so bewandert sind. Bela B. von der Punk-Band Die Ärzte hatte neben seiner Drehbuchmitarbeit auch noch einige kurze Gastauftritte als cooler Killer, die hoffentlich seine vorerst letzten schauspielerischen Ausflüge waren. Ich empfehle jedem, einen weiten Bogen um diesen Film zu machen.

Unnötig blutiger Thriller bar jeder Logik


David Hiltscher