Per Anhalter durch die Galaxis
(Hitchhiker's Guide To The Galaxy, The)

Großbritannien, 109min
R:Garth Jennings
B:Douglas Adams, Karey Kirkpatrick
D:Martin Freeman,
Sam Rockwell,
Mos Def,
John Malkovich
L:IMDb
„Sie haben die Gartentür von innen verriegelt. Wir müssen außen rum!”
Inhalt
Der Erdling Arthur Dent (Martin Freeman) wird mit Hilfe seines besten Freundes Ford Prefect (Mos Def) – der sich übrigens als Außerirdischer herausstellt, was für Arthur Dent durchaus bereits außergewöhnlich genug wäre – lernen, dass ein Handtuch der nützlichste Gegenstand im Universum ist, die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens erfahren und darüber hinaus bemerken, dass alles Wissenswerte im Universum in einem einzigen Buch zusammengefasst ist: im Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis". Dieser intensive Lernprozess setzt direkt nach der Zerstörung der Erde ein, die sich dummerweise beim Bau einer interstellaren Umgehungsstraße im Weg befand. Nicht ganz unwesentlich bei den bemerkenswerten Erlebnissen der galaktischen Tramper Arthur Dent und Ford Prefect ist deren Aufenthalt auf dem Raumschiff „Herz aus Gold“, das von einem gewissen Zaphod Beeblebrox (Sam Rockwell) und seiner Gefährtin Trillian (Zooey Deschanel) gesteuert wird – einer jungen Dame, auf die Arthur bei einer Party einst ein Auge geworfen hatte, die ihm aber von einem plötzlich auftauchenden charismatischen Angebertypen abspenstig gemacht wurde.
Kurzkommentar
Trotz wunderbarem Design, hübscher Effekte und einem nahezu optimalen Cast ist „Per Anhalter durch die Galaxis“ ein großer Langweiler geworden, weit davon entfernt, dem Geist der Vorlage nur irgendwie gerecht zu werden. Ursache dafür scheinen im Kern zwei Dinge zu sein: zum einen bestand die große Kunst Douglas Adams' vor allem im Umgang mit dem Wort (und das stutzt der Film auf brutale Weise zusammen), zum anderen besitzt der Film überhaupt kein Timing. Regisseur Garth Jennings, der bislang hauptsächlich Video- und Werbeclips drehte, hat sichtlich Probleme mit einem Unterhaltungsfilm, der über 90min gehen soll und findet für die abrupten Wendungen der Vorlage keinerlei Rhythmus: Arthur, Trillian, Zaphod und Ford stolpern unbeholfen und ohne jegliche Kohärenz durch die Settings, kaum etwas wird erklärt, der Anhalter selbst kommt viel zu selten zum Einsatz (dabei sind seine Szenen die besten), eine Slapstickeinlage jagt die nächste. Adams' Vorlage wird allein das genommen, was sie ausgezeichnet hat, – sein perfektionierter Wortwitz –, stattdessen bleibt all das, was sie nicht auszeichnet, nämlich sein lückenhafter Plot. Getreu dem Monty Python'schen Motto „And now for something completely different“ war das freilich Adams' volle Absicht, aber darin sah Adams ja auch nie die Qualität seines Werks. Stattdessen misslingt Jennings die filmische Interpretation der feinen Beschreibungen Adams, missversteht völlig, dass Adams sein Universum vor allem als noch absurdere, um ein vielfaches potenzierte Version der Erde verstanden wissen wollte. Der Film hingegen springt von Revue zu Revue, ohne Sinn etwa auch für das Majestätische, das Adams in der Natur und den Weiten des Alls sah. Ganz unterhaltsam mag man „Per Anhalter durch die Galaxis“ wohlwollend noch einstufen können, eine gute Komödie ist er nicht.
(Thomas Schlömer)