Zwei glorreiche Halunken
(Buono, il brutto, il cattivo, Il)

Italien
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Sergio Leone
B:Agenore Incrocci, Furio Scarpelli, Luciano Vincenzoni
D:Clint Eastwood,
Lee van Cleef,
Eli Wallach
L:IMDb
„Siehst Du, es gibt zwei Arten von Menschen auf dieser Welt. Die einen haben einen geladenen Revolver. Und die anderen... buddeln.”
Inhalt
Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs ziehen die zwei Gauner Tuco (Eli Wallach) und "der Blonde" (Clint Eastwood) mit einem neuen Weg zur Gehaltsaufbesserung durch die Lande: der Blonde liefert Tuco gegen Kopfgeld beim nächstgelegenen Sheriff ab, doch wenn sein Partner gehängt werden soll, schießt der Blonde den Strick durch und Tuco macht sich in der allgemeinen Verwirrung aus dem Staub. Als Tuco reklamiert, daß sein Job eigentlich der gefährlichere ist, läßt ihn der Blonde kurzerhand in der Wüste zurück und trollt sich neuen Einnahmequellen entgegen. Währenddessen macht sich der Killer Sentenza (Lee Van Cleef) auf die Suche nach einem in den Kriegswirren verlorengegangenen Goldschatz und stellt dabei seine Prinzipientreue unter Beweis, als er aus seinem nächsten Opfer nicht nur nützliche Informationen herauspreßt, sondern auch noch gleich dessen Angebot akzeptiert, seinen bisherigen Auftraggeber umzulegen: von beiden wird kassiert und beide werden beseitigt.
Kurzkommentar
Wie im Grunde jeder Spaghetti-Western ist "Zwei glorreiche Halunken" eine Stilübung der extremen Sorte. Während Regisseur Sergio Leone hier mit dem Abschluss seiner Dollar-Trilogie um den namenlosen Revolverhelden den Höhepunkt der reinen Western-Coolness erreichte, war Clint Eastwood endgültig mit dem Image des kargen Rauhbeiners gebrandmarkt. Sein Gesicht ist schroffer als die Felslandschaft, die ihn umgibt, seine Sprüche heute wie vor 35 Jahren an Lässigkeit kaum zu überbieten, die Musik Morricones kongenial wie gewohnt. Müsste man einen Film der Neuzeit wählen, der am ehesten mit "Zwei glorreiche Halunken" vergleichbar ist, würde die Wahl wohl auf einen Stilkracher wie "The Matrix" fallen, der in Konzeption Leones Meisterwerk nicht unähnlich ist. Denn während hier noch Macho-Gehabe, stille Showdowns und klassische Goldsuche im Vordergrund stehen, besann sich Leone mit seiner späteren "Once upon.."-Trilogie eher aufs kernige Drama. Insofern ist "Zwei glorreiche Halunken" wohl der ungezwungenste und stylischste aller Spaghetti-Western.
(Thomas Schlömer)