Casablanca

USA
Filmspiegel-Auszeichnung
R:Michael Curtiz
B:Murray Burnett,Joan Allison, Julius J. Epstein, Howard Koch
D:Humphrey Bogart,
Ingrid Bergman,
Paul Henreid,
Claude Rains,
Conrad Veidt
L:IMDb
„Here's looking at you, kid.”
Inhalt
Casablanca, 1941. Rick Blaine, ein zynischer Amerikaner und Einzelgänger führt nahe dem Flughafen einen gut frequentierten Nachtclub. In Ricks "Café Américain" treffen sich Flüchtlinge aus allen Teilen Europas, die von einem Flug nach Amerika träumen. Schieber, Spieler, Diebe und leichte Mädchen. Unter den Gästen befinden sich aber auch Captain Renault, Repräsentant der Vichy-Regierung, und Gestapo-Major Strasser, der den bekannten Résistance-Kämpfer Victor Laszlo am Verlassen des Landes hindern will. Rick, im Spanischen Bürgerkrieg auf republikanischer Seite und während der italienischen Invasion in Äthiopien als Waffenschmuggler für den Widerstand aktiv, hat mit der großen Politik aufgehört und verhält sich neutral, ist nur sich selbst verpflichtet. Erst als er erfährt, daß seine frühere Geliebte Ilsa Laszlos Frau ist, brechen alte Wunden in ihm auf.
Kurzkommentar
Als eines der außergewöhnlichsten Filmereignisse schreibt "Casablanca" seit 1942 Geschichte. Unter der Regie des sonst eher für großspurige Abenteuerfilme bekannten Michael Curtiz entstand "Casablanca" in einer Zeit, in der die Regisseure locker zwei, drei oder auch vier Filme pro Jahr drehten, so dass einen heimlich das Gefühl beschleicht, ausgerechnet hier passte "zufälligerweise" alles zusammen. Noch heute findet der Film immer neue Anhänger und überzeugt durch zeitlose Thematik und emotionale Dichte. Es ist wohl die zynische Ader Bogarts, die erotische Ausstrahlung Bergmans, das Zusammentreffen von "A Time goes by" und der Fernweh des Ortes, die den Streifen melancholisch, traurig, tragisch, dramatisch machen. Auch wenn die Entscheidung Ilsas, mit Victor Casablanca zu verlassen, heute nicht mehr genügend motiviert scheint, so liegt über Curtiz' Ausnahmeerfolg auch heute noch der magische Schleier von vor 60 Jahren - gerade im Originalton.
(Thomas Schlömer)